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27.02.2018

Zu freizügig

Soziale Standards sollten auch österreichische Arbeitnehmer schützen

Mag. Robert Kleedorfer | über Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt

Die EU-Osterweiterung ist zu schnell und unüberlegt erfolgt. Das offenbart sich vor allem auf dem Arbeitsmarkt. Mittlerweile leiden auch die neuen EU-Mitglieder unter der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Es fehlen die Arbeitskräfte, um die Länder weiter wirtschaftlich nach vorn zu bringen. Die früher gepriesenen niedrigen Löhne in der Region wurden zum Bumerang.

Die Arbeitnehmer in den "alten" EU-Ländern haben davon nichts. Im Osten arbeiten wollen sie klarerweise selbst nicht, im Westen fehlen aber – auch wegen des Ansturms – die Jobs. Und die Reform der Entsenderichtlinie wird wenig bringen. Grundproblem bleibt, dass die Sozialabgaben erst nach zwei Jahren auf das Niveau des Arbeitslandes angepasst werden sollen. Kaum einer der Betroffenen ist so lange im Land.

Unverständlich ist das auch angesichts dessen, dass die EU eine Angleichung der Kinderbeihilfe an das Lohnniveau im Heimatland sehr kritisch sieht. Soziale Standards sollten aber auch österreichische Arbeitnehmer schützen.