Ein Drama mit unwürdigem Ende

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über die Griechenland-Hilfen
11/12/2012

Ein Drama mit unwürdigem Ende

von Michael Bachner

Die EU-Geberländer, darunter auch Österreich, liefern ein unwürdiges Schauspiel ab.

Mag. Michael Bachner | über die Griechenland-Hilfen

Griechenland wird weiter geholfen, die Staatspleite abgewendet. Das Land, das nach noch nie da gewesenen Einschnitten bei der eigenen Bevölkerung auf das Niveau eines Entwicklungslandes zurückgespart wurde, wird in der Eurozone gehalten.

Das stand vom Prinzip her schon vor dem Finanzministertreffen am Montag fest. Weil es politisch so gewollt ist. Weil der potenzielle Schaden eines Dominoeffektes für die Eurozone größer ist, als die Kosten für weitere Hilfen an Athen.

Allerdings liefern die EU-Geberländer, darunter auch Österreich, ein unwürdiges Schauspiel ab. Denn trotz des oft bekräftigten Grundsatzbeschlusses wird täglich klarer, dass bereits der letzte Akt des Griechen-Dramas gegeben wird. Dass es nur mehr eine Frage der Zeit ist, bevor der Pleitegeier doch zupacken darf.

Anders ist kaum mehr zu erklären, dass beim entscheidenden Finanzministertreffen am Montag kein Hilfsbeschluss fiel, sondern offenbar erst in allerletzter Sekunde am Mittwoch grünes Licht gegeben werden soll. Bevor nämlich am Freitag in Athen die Lichter ausgehen, weil wieder einmal fünf Milliarden fehlen.Damit der Bankrott abgewendet ist, wird jedoch nicht die nächste Hilfstranche ausbezahlt, sondern nur mehr eine Tranche von der Tranche. Und das nicht in Cash, sondern nur in einem neuerlichen Grundsatzbeschluss. Es braucht eine Zwischenfinanzierung für die Zwischenfinanzierung. Europa erkauft sich also nur noch Zeit – und selbst da wird schon eisern gespart. Langfristig tragfähige Lösungen schauen anders aus.

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