über die deutschen Fahrverbote
02/27/2018

Den Diesel-Fahrern stinkt es gewaltig!

von Hermann Sileitsch-Parzer

Den Diesel-Fahrern stinkt es gewaltig!

Hermann Sileitsch-Parzer | über die deutschen Fahrverbote

Es ist eine schallende Ohrfeige für die Autoindustrie: Künftig drohen in 70 deutschen Städten Fahrverbote für Diesel-Pkw, wenn die Stickstoffdioxid-Werte überschritten werden und andere Maßnahmen ausgeschöpft sind.

Auf den ersten Blick wirkt das Urteil der Verwaltungsrichter kräftig überzogen. Die Stickstoffdioxid-Belastung ist in Deutschland seit 1995 nämlich kontinuierlich gesunken. Und das deutlich – im innerstädtischen Bereich um ein Drittel.

Auf den zweiten Blick haben sich die Autohersteller das Urteil allerdings großteils selbst zuzuschreiben. Ihr Krisenmanagement nach dem VW-Abgasskandal war schlicht katastrophal. Sie haben sich in Europa arrogant darauf verlassen, dass ihnen die eng verbandelte Politik zur Hilfe eilt. So kamen sie mit billigen Software-Updates davon, obwohl es die Technologie zur Abgasreinigung mittels Harnstofftanks längst gäbe.

Die entscheidende Frage lautet jetzt: Werden die Hersteller doch noch gezwungen, die Fahrzeuge umzurüsten? Oder sind die Autokäufer nach dem falschen Versprechen ("sauberer Diesel") abermals die Genarrten? Denn ein Auto, das aus den Städten verbannt wird, ist nicht viel wert.

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