Spar-Tempo

Warum nicht gleich flächendeckendes Tempo 30 statt nur ein 100-km/h-Limit auf unseren ausgebauten Autobahnen?

Die größte Variable der Spritspar-Rechnung sitzt am Lenkrad.

Dr. Horst Bauer | über ein Tempo-100-Limit auf der Autobahn

Diesmal also von der anderen Seite.

Üblicherweise von Lobby-Gruppen vorgetragen, denen es vordergründig um die Erhöhung der Verkehrssicherheit geht, kommt der Vorschlag für Tempo 100 auf Autobahnen und Tempo 80 auf Landstraßen nun wieder einmal aus der Energiespar-Ecke. Eine geringere Durchschnittsgeschwindigkeit auf heimischen Straßen würde den Spritverbrauch und damit den Anteil des Verkehrs an den gesamten Energiekosten verringern, so der Chef der Energieagentur.

Was isoliert betrachtet natürlich nicht falsch ist. Konsequent zu Ende gedacht, wäre flächendeckendes Tempo 30 noch viel effizienter und könnte die heimische Energiebilanz vermutlich im Alleingang retten.

Sieht man den Verkehr jedoch nicht als isolierte Größe einer modernen Gesellschaft, wird rasch klar, dass mit eindimensionalen Maßnahmen im Gesamtkontext wenig auszurichten ist. Schließlich fährt der Großteil der Verkehrsteilnehmer ja nicht aus Jux und Tollerei mit Auto oder Kleintransporter durch die Gegend, sondern weil er entweder zu seinem Arbeitsplatz muss oder etwa die Hauszustellung der so energieeffizient im Internet gekauften Waren besorgt.

Nicht nur, dass die Diskussion um Tempolimits aus Energiespargründen die technische Entwicklung des Fuhrparks außer Acht lässt, der mit immer weniger Treibstoff auskommt. Die größte Variable der Spritspar-Rechnung sitzt am Lenkrad. Und deren Potenzial lässt sich mit starren Limits am wenigsten heben.

Erstellt am 12.03.2014