Sollbruchstelle

Die Haltbarkeit von Autos und anderen technischen Geräten des täglichen Gebrauchs entwickelt sich auseinander.

Was auch immer am Montag unter dem Christbaum liegen wird – sofern es ein technisches Gerät ist, wird es weniger lange seinen Dienst versehen als jenes, das es ersetzt.

Sei es eine Digitalkamera, ein noch so smartes Mobiltelefon, ein Computer oder auch nur ein Haarföhn oder Rasierapparat, allen ist offensichtlich eine mehr oder weniger geheime Sollbruchstelle eingebaut, die den möglichst baldigen Austausch des gerade noch funkelnden Schmuckstücks bewirken soll und wird.

Selbst massivere Geräte wie moderne Waschmaschinen, Kühlschränke oder Geschirrspüler haben, ihrer technischen Überlegenheit und Energiespar-Talente zum Trotz, einen entscheidenden Nachteil. Sie werden alle wesentlich früher wieder ersetzt werden müssen als ihre robusten Vorgänger.

Nur beim Auto läuft die Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung. Zur Freude der Kundschaft und zum Leidwesen der Werkstätten werden die Service-Intervalle immer länger. 100.000 km auf dem Tacho, vor noch nicht allzu langer Zeit ein Synonym für „Hände weg“, sind beim Kauf eines gebrauchten Pkw heute kein Ausschließungsgrund mehr. Die Qualität moderner Autos ist – allen Rückrufaktionen zum Trotz – unterm Strich unvergleichlich besser, als dies früher der Fall war.

Ein Vorteil für die Konsumenten, der nur von der Politik – Stichwort selektive Fahrverbote – zu Fall gebracht werden könnte.

(kurier) Erstellt am
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