Die Grenzen der Assistenten

Kaum schneit es, zeigen viele der neuen elektronischen Helfer im Auto, dass sie an ganz banalen Problemen scheitern können.

Wenn’s eng wird, bleibt der Fahrer auf sein Können angewiesen

Dr. Horst Bauer | über banale Probleme mit technisch aufwendigen Assistenzsystemen

Es hat etwas von dem Schirm, den man nur bekommt, wenn es nicht regnet. Viele der technisch immer hochgestocheneren elektronischen Fahrer-Assistenten, die mit dem Auftrag in unsere Autos Einzug halten, dort vollautomatisch für mehr Sicherheit und Komfort zu sorgen, haben so ihre Probleme, die Heilsversprechen der Hersteller dann zu erfüllen, wenn es rundherum etwas kniffliger wird. Dabei geht es weniger um zu komplexe Verkehrssituationen, welche die Sensoren und dahinterliegenden Rechner mit ihren smarten Algorithmen überfordern würden. Die Problemlage ist viel banaler. Wie viele auf der anstehenden Fahrt in den Skiurlaub mit ihrem neuen, mit allerlei Spurverlassens- und Auffahrunfall-Warnern oder den Abstand zum vorausfahrenden Wagen haltenden Tempomaten hochgerüsteten Auto feststellen werden, reichen ein paar Schneeflocken, um all die schönen Assistenten lahmzulegen. Etwas Matsch auf dem im Kühlergrill versteckten Sensor, ein durch Schneefall in der optimalen Sicht behindertes Front-Kamerasystem reichen, um dem Fahrer via Bordmonitor zu signalisieren, dass sich seine teuer gekauften Assistenten außerstande sehen, ihren Aufgaben nachzukommen. Konkret erlebt quer durch die Angebotspalette, vom Luxus-Mercedes bis zum kleinsten Jeep. Moral von der Geschichte: Wenn’s eng wird, bleibt der Fahrer auf sein eigenes Können angewiesen. Was angesichts einer neuen, mit Assistenzsystemen sozialisierten Fahrer-Generation keine beruhigende Erkenntnis ist.

Erstellt am 28.01.2015