Auto und Urlaub

Die Reisenden werden zum Leidwesen der Hoteliers immer flexibler. Nicht zuletzt, weil sie mit dem Auto kommen können.

Gelernt haben sie es als Flug-Pauschal-Touristen. Da wird gereist, wenn die Flieger verfügbar sind. Und das ist nicht immer am Samstagvormittag. Von den manchmal eher unchristlichen Uhrzeiten ganz zu schweigen, zu denen die Reise beginnt bzw. endet.

Was im Charter-Luftverkehr gelebte Praxis ist, war parallel dazu auf der Straße lange nicht einmal annähernd durchsetzbar. Wer dennoch versuchte, dem starren Samstag-bis-Samstag-Schema der meisten heimischen Urlaubshotels zu entkommen, handelte sich jede Menge Probleme bei dem Versuch einer Vorab-Buchung ein und sah sich auf den Status eines geduldeten Lückenfüllers zurückgestuft – wenn er überhaupt akzeptiert wurde.

Doch die Zahl derer, die den rituellen Samstag-Stau auf den Straßen bei An- und Abreise in die Skigebiete als unüberbrückbares Übel lethargisch in Kauf nehmen, ist – wohl auch eingedenk der Erfahrungen mit Charter-Fliegern – gesunken. Wer bereit ist, mitten unter der Woche um zwei Uhr in der Früh in den Urlaub zu starten, fragt sich zu Recht, warum er gerade mit dem flexibelsten Individual-Verkehrsmittel – seinem eigenen Auto – nur am Samstag fahren dürfen sollte.

Die heimische Hotellerie musste sich dem neuen Kundenwunsch anpassen und flexibler werden. Dass dabei noch nicht das volle Potenzial ausgeschöpft wurde, werden die wohl noch immer nicht ganz staufreien Samstage in der kommenden Ski-Urlaubs-Hochsaison zeigen. Aber ein Anfang ist gemacht.

(kurier) Erstellt am
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