Meinung | Kommentare | Kultur
05.05.2018

Nicht auszudenken

Bundesland heute feierte 30 Jahre. Aber nicht überall waren die Landeshauptleute im Bild. Was ist hier los?

690.000 Menschen sahen diesen Freitag gemeinsam ein neunfaches  Jubiläum: „Bundesland heute“ feierte 30-jähriges Bestehen. Und man zeigte, was man in den vergangenen Jahrzehnten zu leisten imstande war– von Vorarlberg bis Burgenland galt es, zahllose Skandale, Unfälle und  Verbrechen einzufangen. 

Und: Viele Landeshauptleute waren ins Bild zu bringen. In letzterer Kategorie zeigte sich, wie auffallend sich die Bundesländer voneinander abheben – diese Republik setzt sich aus vielen regionalen Feinheiten zusammen.

In „Niederösterreich heute“ etwa wurden Erwin Pröll und seine Nachfolgerin Johanna Mikl-Leitner mit pfeffriger Siegermusik ins Bild gerückt und als Bonus gab es ein Interview mit der Landeschefin. In „Oberösterreich heute“ schickte  Landeshauptmann Thomas Stelzer eine Videobotschaft aus England und ersparte der Redaktion so die peinliche Frage, ob man mit den Feierlichkeiten bis zu seiner Rückkehr warten solle oder vielleicht doch ohne...

Und auch die Steiermark durfte zum großen Jubiläum auf ORF und Regierung zählen: Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer stand mit seinem Vize Michael Schickhofer im Studio – der Kapitän geht schließlich als letzter von Bord. Vor allem, wenn gerade  Kameras laufen.   

Was die Politik in den verbleibenden sechs Ländern so getrieben hat, harrt hingegen der Aufklärung: Hatte man Besseres vor? Oder haben die Redaktionen bösartigerweise verschwiegen, welche Party hier steigt? 

Nicht auszudenken.