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05.05.2017

Magenschmerzen beim Amadeus Award

Öde Aufzeichung, richtiger Applaus

Marco Weise | über den Amadeus, der so keine Zukunft hat

Glanzvolle Gala, tolle Show, viele Stars und wichtige Menschen aus der österreichischen Musikbranche. Das wurde einem im Vorfeld der Amadeus Awards versprochen. Die Realität sah gestern Abend im Volkstheater aber anders, langweiliger und uncooler aus. Bier gab es während der Show nur im Pressebereich, wo man aber nicht reinkam, weil man das falsche Band hatte. Und so durstete man sich lieber gefühlte fünf Stunden durch die öde Aufzeichnung, weil man von der Produktpalette eines heimischen Kracherlherstellers nur eines bekommt: Magenschmerzen. Aber, irgendwer muss die Veranstaltung ja zahlen. Bevor es losging, musste man noch den richtigen Applaus üben, wurde gebeten, auch dann zu applaudieren, wenn man den Gewinner, die Gewinnerin nicht schätzt. Das bringt uns zu Andreas Gabalier, der durch Abwesenheit glänzte, was bei vielen im Saal für Erleichterung sorgte. Manuel Rubeys Gabalier-Parodie war dann aber geschmacklos. Insgesamt war die Preisverleihung, die nach zehn Jahren Pause wieder im ORF übertragen wurde, von Längen und immergleichen Verarschungs-Wortmeldungen über die Schlagerwelt geprägt. So hat dieser Preis keine Zukunft. Das sieht das TV-Publikum ähnlich: Nur 140.000 Zuseher waren Donnerstagabend auf ORFeins dabei.