Meinung | Kommentare | Kultur
02.06.2017

Sommerspritzer

Zum Sommer gehören nicht nur die obligatorischen Sommersprossen, die würzige Duftnote in den Öffis (Deo hilft!) und Pommes im Schwimmbad, sondern auch der Sommerspritzer. Die Rede ist von jener leichten, bei tropischen Temperaturen bevorzugten Variante des in Wien gerne getrunkenen Spritzweins. Aber so einen Sommerspritzer ist nicht einfach zu bekommen, da viele Bobo-Hütten der Stadt den G’Spritzten ja gerne mit diversen Sirupen (Rose, Himbeere, Holler, Ingwer) verunreinigen – Pardon! – verfeinern, weil die Menschen danach verlangen. Soll sein. Aber warum verbannt man dafür den Sommerspritzer von der Karte? Fragt man danach, wissen einige Kellner nicht, was man damit meint. Nach einer Einführung in das sommerliche Verhältnis von Wein und Sodawasser scheitert die Bestellung erneut – diesmal an der Verrechnung. Das Bonierungssystem kennt das Getränk nicht und macht daraus einfach einen großen Spritzer (0,5 Liter), für den man dann sechs (!) Euro ablegen muss. Ein Sommerspritzer ist aber kein normaler G’Spritzter, sondern die kleine Schwester davon. Weniger Wein, mehr Wasser. Gebt mir meinen Sommerspritzer zurück!