Meinung | Kommentare | Innenpolitik
07.07.2017

Wir haben ein großes Problem mit Türken

Das klingt nach pauschaler Verurteilung, soll aber vor allem ein Appell sein, endlich Realitäten zu sehen.

Klingt nach pauschaler Verurteilung, soll aber vor allem ein Appell sein, endlich Realitäten zu sehen.

Dr. Helmut Brandstätter | über das 'Problem mit Türken'

Vergessen wir die Aslan-Studie über islamische Kindergärten. Ein Eingriff in die Wissenschaft darf nicht sein. Punkt. Aber reden wir endlich laut und deutlich über die Probleme in der Förderung von Kindern. Dafür brauchen wir keine Studie; da sagt das Interview, das der KURIER gestern mit einer Wiener Schuldirektorin gemacht hat, mehr als dicke Wälzer: Es gibt zu viele türkische Familien, wo Kinder auch in der zweiten oder dritten Generation nicht ordentlich Deutsch können. "Halal ist wichtiger", sagt die erfahrene Direktorin. Ein Experte des Arbeitsmarktservices erzählte kürzlich, dass er bei vielen Türken eine grundsätzliche Bildungsfeindlichkeit orte: "Da wollen die Eltern, dass die Jungen schnell arbeiten gehen."

Noch schlimmer: Die Dramatik der Zustände ist in der Wiener Politik seit Jahren bekannt, aber, so berichtet eine Pädagogin, darüber durfte nicht geredet werden, weil es nicht in das Bild der Wiener SPÖ passte. Also, das Bild, das sich verbohrte Ideologen von der Welt malten.

Zur Klarstellung: Dieser Befund ist nicht diskriminierend gegen "die" Türken in Österreich. Das ist ein Appell an alle, ihren Kindern in unserem Land alle Chancen zu geben. Die gibt es nur mit ordentlicher Ausbildung.

Die grüne Parteichefin Ingrid Felipe fordert völlig zu Recht, alle Kindergärten für alle zu öffnen. Christliche Einrichtungen achten ja auch nicht (mehr) auf die Religionszugehörigkeit. Es darf keine geschlossenen muslimischen Kindergärten oder Horte geben. Und die Politik muss endlich die ideologischen Scheuklappen ablegen, die Realitäten akzeptieren und auf die Praktiker in den Schulen hören, die unter falschen, weil bornierten Entscheidungen leiden müssen.