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04.07.2017

Watschenmann in Blau – von gestern?

Blau als Reibebaum war gestern. Ob er das nur aushält, der Strache?

Josef Votzi | über die FPÖ light und die alten Reflexe

Für Christian Kern ist es eine Premiere; Sebastian Kurz startet erstmals in der Poleposition; Ulrike Lunacek sprang last minute neu ein. Matthias Strolz muss bis zuletzt zittern , ob es sich noch einmal ausgeht. Nur Heinz-Christian Strache startet entspannt wie nie in den Wahlkampf. Neu ist nicht nur die Brille, sondern auch der moderate Ton.

Beim ersten TV-Wahlkampfauftritt auf Puls 4 sucht er selbst unangenehmste Fragen wegzulächeln. Dabei hätte er einige Gründe mehr angstzubeißen: Der Spitzenplatz in Umfragen ist dahin. So gut wie fix aber ist: An Blau kommen bald weder Rot noch Schwarz vorbei. Die Paarung Kern & Kurz wäre zwar reizvoll, wird es aber nicht spielen. Der Paria von gestern kann sich aussuchen, ob er eher dem Werben von Schwarz oder Rot erliegt.

Bis dahin gilt: Die blaue Braut hat spitze Töne zu meiden. Seine Gegner müssen so derzeit lange suchen, um sich an einem neu aufgewärmten Sager wie dem zur Mindestsicherung zu reiben. FPÖ-Regie für die Wahl 2017: Blau als Reibebaum war gestern, Strache macht bald nur noch auf Elder Statesman. Ob er das nur aushalt, der Strache?