über Parteizeitungen

Unser Rezept: Fakten gegen Emotionen

Immer mehr Politiker suchen ihr Heil im Beschimpfen von Medien. Umso mehr werden wir nach Wahrheit suchen.

von Helmut Brandstätter

02/23/2017, 06:00 AM

Ganze Stadtteile brennen? Eine Falschmeldung der FPÖ.

Dr. Helmut Brandstätter | über Parteizeitungen

Wer sich an frühere Parteizeitungen erinnert, weiß, dass es da meist nicht um Journalismus, um Fakten und objektive Berichterstattung gegangen ist, sondern um Stimmungsmache oder um Schönfärberei. Kein Wunder, dass (fast) alle Parteizeitungen verschwunden sind. Die digitalen Medien machen es möglich, dass Parteien sich wieder journalistisch betätigen, mit genau so wenig Glaubwürdigkeit wie früher. So verlautet FPÖ-Generalsekretär Kickl über seinen Pressedienst und angeschlossene Online-Medien, dass "seit Tagen in Paris ganze Stadtteile brennen, mit tumultartigen Szenen, die an Bürgerkrieg erinnern." Und die bösen Medien würden nicht darüber berichten.

Alles falsch. KURIER-Korrespondent Danny Leder berichtet aus Paris, heute mit einer Reportage aus den Vororten, wo es wieder mal Unruhen gibt. Ganze Stadtteile brennen? Eine Falschmeldung der FPÖ.

Rechte Parteien schauen mit großer Begeisterung auf Donald Trump, weil er regelmäßig die Medien beschimpft. Und zwar deshalb, weil sie ihn bei seinen Lügen erwischt haben. Da ist ein Muster zu erkennen.

Der Unterschied zwischen politischen Parteien und Medien ist klar: Politiker wollen gewählt werden, oft fast um jeden Preis. Dafür werden immer mehr, vor allem negative Emotionen eingesetzt. Wir vom KURIER wollen möglichst viele Zeitungen verkaufen und auch auf kurier.at gelesen werden. Das wird uns langfristig nur gelingen, wenn wir glaubwürdig sind. Dafür schicken wir Korrespondenten aus und recherchieren. Dafür treten wir auch den Mächtigen auf die Füße. Wir haben nicht den Anspruch, immer die Wahrheit zu wissen, aber sehr wohl, dass wir stets nach der Wahrheit suchen.

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