Kommentar
12/19/2015

Reicht der "Politiker, nein Danke"-Bonus?

von Josef Votzi

Endlich eine, die nicht um den heißen Brei herumredet! Endlich eine, die so spricht, dass hinterher nicht die Peter Filzmaiers ausrücken müssen, um zu erklären, was sie gemeint haben könnte! Endlich eine, die es denen da oben freundlich, aber bestimmt hineinsagt!

Das Markenzeichen "Politiker-nein-Danke" ist derzeit die heißeste Aktie im politischen Geschäft. Es machte aus der Juristin Irmgard Griss binnen Kurzem eine Präsidentschaftskandidatin mit Umfrageergebnissen, von denen viele Polit-Profis nur träumen können. Reicht der Nicht-Politiker-Bonus, um in die Hofburg einzuziehen? Mit ihrem Ja zur Kandidatur wird Griss nun vom exotischen Geschöpf zur Konkurrentin, der Ton der Mitbewerber rauer, der Blick der Öffentlichkeit schärfer. Nein zur Neutralität? Ja zu Kanzler Strache? Jein zum U-Ausschuss? Bei einigen heiklen Fragen ist Griss beim ersten Gegenwind aus der Spur geraten. So war es dann doch nicht gemeint. Die Späteinsteigerin in die Politik wird sich entscheiden müssen: Ja oder Nein zur FPÖ-Regierungsfähigkeit; Ja oder Nein zur heiligen Kuh Neutralität – auch um den Preis, Anhänger zu riskieren. Je öfter sie weiter Jein sagt, desto schneller wird sie zur Politikerin as usual mutieren. Denn mit der Parole "Ich bin eine von euch" allein wird ihr die Luft ausgehen.

Neue Mitspieler sind die Chance auf eine lebensnotwendige Blutauffrischung im dahinsiechenden politischen Geschäft.

Die Spielregeln bleiben aber für alle die gleichen: Wer zu viel laviert, verliert.

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