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31.03.2017

Nützliche Idioten als Lieblinge Russlands

Der gelernte Geheimdienstler Putin weiß, wie man ein System destabilisiert. Wie wehrt sich der Westen?

Der gelernte Geheimdienstler Putin weiß, wie man ein System destabilisiert. Wie wehrt sich der Westen?

Dr. Helmut Brandstätter | über Russland

Am vergangenen Sonntag haben in vielen russischen Städten Zehntausende gegen die vermehrte Korruption demonstriert. Davon wurde in den Medien des Landes nicht berichtet, über die Verhaftung von Alexej Nawalny natürlich auch nicht. Wladimir Putin hat Russland wieder zu einem internationalen Spieler gemacht, der Syrien und Teile der Ukraine dominiert. Aber innenpolitisch lauern Gefahren, ein Jahr vor der nächsten Präsidentschaftswahl spüren die Menschen die miese Wirtschaftslage. Putin reagiert mit Härte gegenüber Medien und Opposition, er tauscht Gouverneure und Generäle aus. Sicherheit strahlt das nicht aus.

Und wie in Zeiten des Kalten Krieges attackiert Putin die westlichen Demokratien, allerdings viel raffinierter als die Kommunisten. Die neuen Methoden des Cyberwars, also der Angriff über das Internet, bieten auch viele Möglichkeiten. Also mehren sich die Erkenntnisse über Eingriffe in Wahlen. In den USA sind auch viele Republikaner davon überzeugt, dass Russland einen eitlen, unerfahrenen Präsidenten wollte, um leichtes Spiel zu haben. Der ist jetzt unverlässlich. Aber ein Ziel wurde erreicht. Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl bleiben, auch von Trump selbst geschürt, der den nützlichen Idioten im Leninschen Sinn spielt.

In Frankreich wurde Putins Liebling, Marine Le Pen, bereits finanziell unterstützt. Jetzt geht es um Deutschland. Angela Merkel ist der Garant für Härte, solange Putin Zusagen gegenüber der Ukraine nicht einhält. Ihre Abwahl wäre ein Geschenk für Moskau. Und wenn das nicht klappt, soll doch wenigstens die deutsche Demokratie unterminiert werden.