über den Lebensmittelskandal
02/18/2013

Nützen wir unsere Konsumenten-Macht

Konzerne und Handel können nur anbieten, was wir essen. Am Ende kaufen wir, was wir für richtig halten.

von Helmut Brandstätter

Wenn es nur um den Preis geht, wird dort produziert, wo es billig ist.

Dr. Helmut Brandstätter | über den Lebensmittelskandal

„Geiz ist geil“, hieß es einmal. Als Gag in einem Werbespot taugt der Satz vielleicht, als Anleitung zum Einkaufen sicher nicht. Beim aktuellen Lebensmittelskandal geht es zwar ganz offensichtlich um Betrug, der durch mangelnde Kontrollen und zu billige Transporte erleichtert wurde. Es geht aber auch um die Naivität von Verbrauchern, die an das Wunder von zugleich billigen und wertvollen Lebensmitteln glauben.

Im Weinskandal 1985 mussten manche schmerzvoll lernen, dass man eine Spätlese um ein paar Schilling nur auf der Kellerstiege produzieren kann. Jeder Fleischskandal beweist von Neuem, dass widerlicher Umgang mit der Natur auch nur zu entsprechenden Produkten führen kann.

Wenn es nur um den Preis geht, wird in der globalen Wirtschaft dort produziert, wo es billig ist. Aber jeder, der einen Pullover um ein paar Euro kauft, kann sich ausrechnen, dass Kinderhände ihn hergestellt haben. Es weiß auch jeder von uns, wie in Asien Handys produziert werden – und wartet auf das neueste Gerät zum niedrigen Preis.

Nach dem schockierenden TV-Bericht über die Methoden beim Amazon melden sich dort die Käufer ab. Nike hat die Produktion von Schuhen in Vietnam eingestellt, als Konsumenten mit Boykott drohten, Nestlé nach Kampagnen das Schlägern von Wäldern in Indonesien beendet.

Durch die schnellen Informationen und die neuen Medien wissen die Konsumenten so viel wie nie zuvor über die Herkunft der Produkte. Das gibt uns Macht und Verantwortung. Wir müssen die Bereitschaft haben, faire Preise für Produkte zu bezahlen, für deren Produktion sich keiner genieren muss.

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