Wir Steuerzahler sind verwirrt! HILFE!!!

Die Hypo-Taskforce hat eine Insolvenz abgelehnt. Ein Gutachten ist dafür – oder auch nicht. Was jetzt?

Veränderungen provozieren und Strategien umsetzen." So lautet das Firmenmotto des Beratungsunternehmens ZEB. Provozieren, das können die Berater. Ein Gutachten im Auftrag des Finanzministeriums empfiehlt jetzt plötzlich die Insolvenz der maroden Hypo Alpe-Adria.

Allerdings ist die Empfehlung der Berater sprachlich entweder so verwirrend oder so geschickt gewählt, dass man nicht weiß, was die hoch bezahlten Herrschaften wirklich wollen. Da heißt es einerseits, eine Insolvenz der Bank würde klare budgetäre Vorteile mit sich bringen. Dann wiederum, dass das Risiko eines möglichen Bank Runs in Südosteuropa infolge der Insolvenz nicht ausgeschlossen werden könne. Eine Gefahr für andere österreichische Banken sei bisher (!) nicht zu erkennen. Das klingt am ehesten wie eine Wetterprognose, so nach dem Motto: Noch keine Wolken am Himmel.

Warum dieses Gutachten auch noch bestellt wurde, bleibt unklar. Denn über dessen Erkenntnisse wird seit Wochen diskutiert: Es ist natürlich besser, wenn die Gläubiger an der Sanierung der Hypo beteiligt werden, wie es Finanzminister Spindelegger will. Und es war immer klar, dass damit politische und ökonomische Risken am Balkan verbunden sind, wobei die Auswirkungen auf die Bonität Österreichs unklar bleiben. Das wussten wir auch ohne ZEB-Gutachter.

Jetzt aber hat die Opposition bis zu den Wahlen im Jahr 2018 ein Papier in der Hand, wo – unter anderem – steht, eine Insolvenz wäre besser gewesen. Wir Steuerzahler sind wieder mal verärgert, um es höflich zu sagen.

PS: Vor zehn Jahren kürte die ZEB die Kärntner Hypo zur "erfolgreichsten Bank Österreichs".

(kurier) Erstellt am
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