über radikale Ideologien
10/25/2014

Anschläge auf westliches Denken

Radikale Ideologien ziehen orientierungslose Junge an. Wie bekämpft man das, ohne Grundsätze zu opfern?

von Martina Salomon

Waren wir zu naiv, indem wir den Islam als Teil Europas akzeptierten?

Dr. Martina Salomon | über radikale Ideologien

Derzeit scheint kaum ein Tag ohne neue Zwischenfälle mit radikal-islamischem Hintergrund zu vergehen. Am Mittwoch ein Anschlag im kanadischen Parlament, am Freitag ein Axt-Überfall in New York. Das stimmt nachdenklich – und wütend. Fanatiker haben es auf unsere Freiheiten abgesehen. Sie untergraben das liberale Gesellschaftsmodell, erschüttern unsere Toleranz und schüren Misstrauen gegen Muslime in aller Welt. Es gab und gibt Regierungen, die diese Entwicklung aus Eigeninteresse sogar direkt und indirekt unterstützten. Anders als in der katholischen Kirche gibt es bei Muslimen leider keine zentrale Instanz, die das menschenverachtende Morden im Namen des Koran öffentlich ablehnt. Ja, es gab auch im Zeichen des Kreuzes über Jahrhunderte grauenhafte Verbrechen. Aber das ist vorbei – Gott sei Dank.

Konträre Ideologien

Ist der "Cultural Clash" jetzt da? Teilweise ja. Während man an unseren Unis verpflichtende Gender-Kurse abhält, vor lauter Binnen-I und politisch korrekter Sprache kaum noch klare Sätze schreiben darf und Kreuze im Klassenzimmer als Problem betrachtet, laufen plötzlich junge Menschen, die im Westen aufgewachsen sind, einer konträren Ideologie nach: Machismo als Kompensation von Minderwertigkeitsgefühlen, paramilitärischer Drill, totale Unterwerfung der Frau, Verbot von Homosexualität, Ermordung Andersdenkender.

Waren wir zu naiv, indem wir den Islam als Teil Europas akzeptierten? Umgekehrt ist das bis heute nicht der Fall. Siehe das interreligiöse Abdullah-Kulturzentrum der Saudis in Wien. Warum haben wir einem System, in dem andere Religionen verboten sind und Frauen kein Auto lenken dürfen, den roten Teppich ausgerollt?

Die Sprecher der österreichischen Muslime beschwören stets den friedlichen Islam – doch ihre radikalisierten Glaubensbrüder predigen genau das Gegenteil. Und die Beschwichtigungshofräte im Land leugnen die Probleme, aber es ist falsch und feig, davor die Augen zu verschließen. Leider fühlen sich orientierungslose junge Menschen von religiös verbrämten Ideologien angezogen. Schiebt sie doch in ihre Herkunftsländer ab, fordern auch KURIER-Leser. Aber das ist nicht so einfach: Der Rechtsstaat muss gewahrt bleiben, oft haben diese "Gotteskrieger" einen österreichischen Pass. Ihr Treiben zu enttarnen, ohne unsere Grundsätze zu opfern, wozu auch die Meinungsfreiheit zählt, ist eine schwierige Aufgabe der Innenministerin. Die Stadtpolitik wiederum ist gefordert, um den Gettoisierungstendenzen viel energischer entgegentreten. In immer mehr Bezirken bleiben ethnische Gruppen unter sich. Kulturvereine mit ihren Grätzelmoscheen, in denen sich Kindergarten, Schulen, soziales und kulturelles Leben konzentrieren sind oft Parallelwelten.

Lassen wir uns doch weder durch Blauäugigkeit noch durch Panik unsere Gesellschaftsordnung aushebeln. Es ist die friedlichere und wirtschaftlich wie sozial überlegene, weil sie Wohlstand für alle ermöglicht.

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