über Wiens Stadtplanung
06/10/2014

Eventkultur ersetzt nicht Stadtplanung

Nadelstiche gegen Autofahrer statt Klartext: So schaut feige, halbherzige Politik aus.

von Martina Salomon

Ehrlich ist das allerdings nicht, sondern eine Art Guerilla-Aktion.

Dr. Martina Salomon | über Wiens Stadtplanung

Kommenden Samstag Regenbogenparade, das kennt man schon. Zwischendurch Hanfwanderweg, Freitagabend-Inlineskaten, "Rasen statt rasen" – es gibt immer was Lustiges zu tun mitten auf Wiens Prachtstraße, dem Ring. Eine schöne Gelegenheit, die Autofahrer von dort zu vertreiben, zehn Stunden Sperre sind ganz normal. Ehrlich ist das allerdings nicht, sondern eine Art Guerilla-Aktion. Die Grenze der Zumutbarkeit ist erreicht, nein, überschritten.

Natürlich soll das Demonstrationsrecht nicht beschnitten werden. Aber kann nicht auch in Simmering demonstriert werden? Oder in der schönen Begegnungszone Mahü? Halligalli jeden Tag, die Bewohner dort haben schließlich dafür gestimmt! Wenn die Rathaus-Verantwortlichen aber meinen, dass die Innenstadt für Autofahrer gesperrt sein soll, wie sich das die Grünen wünschen, dann soll das ehrlich gesagt und vernünftig vorbereitet werden. Vielleicht hat man ja inzwischen aus den Bad-practice-Modellen Parkpickerl und Mariahilfer Straße gelernt und auch aus anderen Raumplanungs-Desastern wie Town Town. (Gut gelungen ist in letzter Zeit eigentlich nur der WU-Campus in Wien.)

Wer A sagt, muss auch B sagen: Also radikaler Ausbau der völlig überlasteten Park-and-Ride-Anlagen an den Stadträndern, ernsthafte Investitionen in den öffentlichen Verkehr. Niemand braucht eine Pseudo-U5, sondern neue Verkehrsmittel in die stadtplanerisch "vergessene" Südregion Wiens, inklusive Straßenbahn mit kurzen Intervallen zum Wienerberg. Plus Investitionen in Bezirke, die von Verslumung bedroht sind. Derzeit wuchern hie Schlafstädte, dort (unvermietbare) Büro-Geisterstädte, da Shopping-Konglomerate. Echte Raumplanung ist in Österreich ein Fremdwort. Leider!

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