Dumm-Wahlkampf, bitte absalutieren!

Österreichs erste Volksbefragung verkommt zum Mobilisierungstest für die letzten Parteisoldaten.

Rote und schwarze Gräuelpropagandisten zielen so tief wie nie

Josef Votzi | über die Bundesheer-Volksbefragung

Wenn die Wehrpflicht bleibt, werden bald auch alle Frauen einrücken müssen! Wenn die Wehrpflicht fällt, stirbt auch der Zivildienst – und dann wird es lebensgefährlich, weil die Rettung später kommt! Knapp eine Woche vor der ersten bundesweiten Volksbefragung schießen die roten und schwarzen Gräuelpropagandisten aus allen Rohren – und zielen so tief wie nie. Da tut schon das Zuschauen so weh, dass man nur noch schreien will – vor Wut über die himmelschreiende Dummheit der „Argumente“. Da entblödet sich zuletzt Oberösterreichs Alt-Juso Josef Ackerl etwa nicht, die Wehrpflicht jetzt auch noch mit dem Arbeitsdienst im Nationalsozialismus zu vergleichen.

Rot und Schwarz hyperventilieren vor Nervosität, weil sie wechselseitig fürchten, die Volksbefragung zu „verlieren“. Denn derzeit müssen sie damit rechnen, dass nicht einmal ein Drittel der Wahlberechtigten zu den Urnen geht. Spielentscheidend wird also, wer mehr Anhänger dazu bringt, überhaupt teilzunehmen.

Die Wehrpflichtbefragung wird so zu einem Mobilmachungstest über die Wehrkraft der Parteien: Wer schafft es eher, mehr Parteisoldaten an die Wahlfront zu schaffen, um danach als Gesamtsieg-Anwärter ins Superwahljahr zu ziehen. Mit dem Heer selbst droht danach weitergewurschtelt zu werden wie bisher – egal, was künftig am Kasernen-Türschild steht.

Wenn sich Rot und Schwarz fünf vor zwölf nicht noch am Riemen reißen, wird die Volksbefragung am 20. Jänner nur ein nachhaltiges Ergebnis haben: Am Schlachtfeld zurück bleiben beide Koalitionsparteien, weil sie diese Abstimmung vorsätzlich fahrlässig angezettelt haben – als jene, die jetzt auch noch unter dem Titel Volksbefragung dem Bürger die lange Nase zeigen.

Erstellt am 10.01.2013