über Monika Lindner
10/15/2013

Doppelter Verrat

Szenen einer politischen Geisterfahrt: Monika Lindner, allein im Parlament.

von Martina Salomon

Szenen einer politischen Geisterfahrt: Monika Lindner, allein im Parlament

Dr. Martina Salomon | über Monika Lindner

Das Gerücht gab es schon lange, aber so etwas traute man eigentlich niemandem mit Resten von Anstand zu: doppelter Verrat. Monika Lindner stellte jahrelang zur Schau, welcher Gesinnungsgemeinschaft sie sich zugehörig, ja in enger Freundschaft verbunden fühlte. Eine steile Karriere folgte, bei der sie mit Kollegen nie zimperlich umging. Bei ihrer (dann letztlich gescheiterten) Wiederbestellung als ORF-Generalin wäre sie zu sonderbaren Kompromissen bereit gewesen. Diese hätte sie auch bei Stronach schließen müssen. Egal, er garantierte ihr einen Sitz im Parlament. Aber 48 Stunden nach ihrer Zusage sprang Lindner wieder ab, peinlich genug. Die Motive, sie zu holen, erschienen ihr dann doch nicht edel genug.

Dass sie nun, ganz ohne Wahlkampf, das Mandat als „freie“ Abgeordnete annimmt, ist der letzte Akt in einem ziemlich miserablen Stück. Lindner will „nicht auf unehrenhafte Weise ein Mandat an sich reißen“. Warum tut sie es dann? Wie abgehoben, wie egozentrisch muss man sein, um so zu agieren? Das hat sich selbst Frank Stronach nicht verdient.

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