Meinung | Kommentare | Innenpolitik
23.08.2017

Diesel – eine 124 Jahre alte Technologie

Es ist ja unfassbar, wie sehr sich die Autoindustrie gegen Innovationen gewehrt hat. Schluss damit.

Die Politik muss klarmachen, dass Benzin- und Dieselfahrzeuge nur mehr eine sehr begrenzte Zeit zugelassen werden.

Dr. Helmut Brandstätter | über den Abschied vom Diesel

Auch deutsche Autobauer waren innovativ. Mit Geschick haben sie Computer eingesetzt, um andere Computer zu täuschen. Das Ziel: Falsche Abgaswerte. Hätten die Ingenieure ihr Gehirnschmalz dafür eingesetzt, neue Motoren zu entwerfen, müssten die Politiker heute nicht peinliche Veranstaltungen abhalten, wo sie den Autofahrern und der Industrie etwas Gutes tun und gleichzeitig die Umwelt retten wollen. Dem Pioniergeist von Elon Musk sei Dank. Er erinnert mit seinen Tesla-Autos nicht nur an einen Serben des Habsburger-Reiches, der um 1900 Elektromotoren entwickelte, sondern setzte die deutsche Industrie unter Druck, wo sich nicht zufällig arabische Öl-Staaten bei den Autofirmen eingekauft haben. Elektroautos sind nicht die Lösung aller Probleme, an den Batterien muss noch gearbeitet werden, die Stromerzeugung muss noch dezentral werden, aber ein Fortschritt sind sie.

Die völlige Fixierung auf Elektroautos ist aber der nächste Unsinn, den Politik und Industrie betreiben. Es ist schon wichtig, dass vor allem BMW gleichzeitig auf Leichtbauweise und weniger Energieverbrauch bei der Produktion setzt. Aber außerdem muss an anderen Technologien wie Wasserstoff gearbeitet werden. Die Politik muss klarmachen, dass Benzin- und Dieselfahrzeuge nur mehr eine sehr begrenzte Zeit zugelassen werden, verschiedene Alternativen aber willkommen sind.

Verstörend ist der völlige Stillstand in der Großstadt Wien. Wer hier keine Garage hat, braucht nicht an ein Elektroauto zu denken, das immerhin leise und schadstofffrei fährt. Graz lässt E-Autos sogar gratis parken. Der Gipfel, der an den 1913 verstorbenen Rudolf Diesel erinnert, war laut wie ein Selbstzünder, das reicht nicht.