über eine Amnestie für türkische Doppel-Staatsbürger
03/15/2017

Aus für ungesundes Türken-Doppelleben

von Josef Votzi

Wer jetzt reinen Tisch macht, soll unbeschadet bleiben. Für zwei Pässe ist die Zeit noch lange nicht reif.

Josef Votzi | über eine Amnestie für türkische Doppel-Staatsbürger

116.000 Türken leben hier hochoffiziell mit einen türkischen Pass; 300.000 Einwohner haben türkische Wurzeln. Nur eine Zahl bleibt im Dunkeln: Jene Austro-Türken, die vor Erhalt der Staatsbürgerschaft ihren türkischen Pass brav abgeben, um sich diesen klammheimlich "zu Hause" wieder zu holen. Das ist nicht nur illegal. Gerade die Türken sind ungesund nationalistisch – das Festhalten am türkischen Pass verstellt jede Aussicht auf Besserung. Wahlergebnisse belegen: Es gibt zehntausende illegale Doppelstaatsbürger.

Wenn Erdoğans Provokationen einen Sinn haben: Österreichs Politik kann das Doppelleben nicht mehr feige ignorieren. Künftig hat nicht nur auf geduldigem Papier zu gelten: Wer einen österreichischen Pass erhalten will, hat seinen türkischen für immer zurückzugeben. Es wäre unmenschlich zehntausenden Türken über Nacht alle Staatsbürger-Rechte zu entziehen. Nur ein Teil des Vorschlags der Grünen macht daher als Sofortmaßnahme politisch Sinn: Wer jetzt reinen Tisch macht, bleibt unbeschadet. Aber danach hat ohne jede Ausnahme zu gelten: Wer weiterhin schwindelt, verliert alle Rechte. Für zwei Pässe ist die Zeit – dank Erdogan – aber alles andere als reif.

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