über mangelnde Transparenz der Justiz
10/13/2016

Transparente Justiz schaut anders aus

von Ricardo Peyerl

So bleibt verborgen, wo sich die Jugendlichen radikalisiert haben und ob die viel gepriesene Deradikalisierung wirkt.

Ricardo Peyerl | über mangelnde Transparenz der Justiz

Zuallererst sorgte sich die Richterin um sich selbst: "Keine Aufnahmen von mir", lautete die Anweisung an die Fotografen. Noch praktischer ist es, die Medien gleich ganz auszuschließen. So bleibt verborgen, wo sich die Jugendlichen radikalisiert haben und ob die viel gepriesene Deradikalisierung wirkt. Die Urteilsverkündung muss öffentlich sein: Ein Herunterbeten von Paragrafen, ohne dass man konkret erfahren würde, weshalb die Burschen verurteilt wurden. Polizisten ermitteln verdeckt, Staatsanwälte klagen im Geheimen an, Richter verhandeln hinter verschlossenen Türen. Eine transparente Justiz, die einem Erfolgsnachweis unterliegen sollte, schaut anders aus. Am Ende bleibt nur das Rezept zur Bekämpfung der Kriminalität im Bewusstsein, das Justizminister Wolfgang Brandstetter gern ausgibt: "Wer Gewalt sät, wird Gefängnis ernten."

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