über den Sieg von Trump und Sanders
02/10/2016

Die Rebellen lassen nicht locker

von Konrad Kramar

Diese Vorwahl bleibt spannend und sie wird mit noch härteren Tönen geführt werden als bisher.

Mag. Konrad Kramar | über den Sieg von Trump und Sanders

Man kann die Ergebnisse der gestrigen Vorwahl im US-Bundesstaat New Hampshire natürlich als erwartbar abtun. Hätten die Umfragen nicht ohnehin seit Wochen einen Sieg von Donald Trump bei den Republikanern und von Bernie Sanders bei den Demokraten vorhergesagt? Doch so leicht kleinreden - auch wenn das die Parteiführungen auf beiden Seiten ausführlich tun - lässt sich dieser Triumph der zwei Rebellen nicht.

Der Brutalo-Populist Trump, der alle Regeln des politischen Anstands einfach bricht, hat nicht nur mehr als die Hälfte alle Stimmen in dem kleinen Bundesstaat im Nordosten der USA eingefahren, er hat vor allem allen anderen Kandidaten die Rolle einigermaßen beliebiger, austauschbarer Statisten zugewiesen. Dass jetzt weit weit hinter ihm der ehemalige Gouverneur des benachbarten Bundesstaates Ohio, John Kasich, an zweiter Stelle liegt, zeigt nur wie zersplittert das republikanische Lager ist.

Kasich, ein gemäßigter Republikaner, wird in den nächsten Wahlen verlässlich wieder unter ferner liefen landen. Sämtliche Bewerber seiner Statur - von Jeb Bush bis Marco Rubio - , an die sich das Partei-Establishment verzweifelt klammert, kommen bei den Wählern ganz offensichtlich weit weniger an als Trump und sein rechtschristliches Gegenstück Ted Cruz. Vor ihm fürchtet sich die Parteiführung allerdings mindestens ebenso wie vor Trump.

Auch Hillary Clinton war sehenden Auges in diese Niederlage gelaufen. Dass die allerdings so deutlich ausfiel und die ewige Favoritin mehr als 20 Prozentpunkte hinter dem linken Parteirebellen Sanders liegt, zeigt wie labil in Wahrheit ihr Rückhalt bei den Wählern ist. Dass gerade die US-Jugend in Massen zum einem 74-jährigen Altlinken überläuft, der vom skandinavischen Sozialismus für die USA träumt, zeigt, dass auch bei den Demokraten der politische Pragmatismus der Mitte seine Anziehungskraft eingebüßt hat. Diese Vorwahl bleibt spannend und sie wird mit noch härteren und extremistischen Tönen geführt werden als bisher.

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