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29.03.2017

Auf eine Schale Tee

Brexit wird Realität, darunter leiden werden die Jungen, die dagegen waren.

Brexit wird Realität, darunter leiden werden die Jungen, die dagegen waren.

Dr. Helmut Brandstätter | über die EU-Austrittsverhandlungen

Die Wähler haben nicht immer unbedingt recht, aber in der Demokratie muss man ihnen recht geben. Also machen die Briten den Brexit. Und hinterlassen einige Lehren:

Vorsicht vor Parteipolitikern in der Verkleidung des Staatsmanns. Der gescheiterte Premier David Cameron hat mit dem Brexit gespielt, weil er glaubte, so seine Partei einigen zu können. Und ist doppelt gescheitert. Die neue Regierungschefin Theresa May wiederum war vor der Abstimmung als "U-Boot" bekannt. Umso mehr wird sie den Druck für ein gutes Verhandlungsergebnis spüren.

Die Wähler wissen inzwischen, dass sie belogen wurden. 350 Millionen Pfund pro Woche sparen sie nicht, wie das der wirre Boris Johnson versprach, der zunächst gegen den Brexit war und dann die EU mit Hitler verglich. Wer alles verspricht, hält am Ende nichts.

Die EU muss hart verhandeln, aber die Briten bleiben europäische Freunde – wir brauchen ihre liberale Tradition. Schlimm genug, dass Frau Le Pen, die AfD und manche in der FPÖ das Heil in einem autoritären Russland suchen. Die EU bleibt das demokratische und wirtschaftliche Zentrum Europas. Auch die Schweizer profitieren, ohne mitzubestimmen.