Meinung | Kolumnen | Worklife
21.12.2012

Worauf verlassen? Im Job nicht auf viel

Jeder lebt in seiner individuellen Blase - in der wir persönlich angreifbar sind.

Mag. Sandra Baierl | über Weltuntergänge und betroffene Menschen

Glauben Sie an den Weltuntergang?“, fragt letztens der Taxifahrer. „Ach nein, da bin ich Optimist, da passiert nix“, sage ich. Der Taxifahrer weiter: „Ich glaube, Weltuntergänge finden laufend statt. Menschen sterben, werden krank, verlieren ihren Job – und bei jeder Tragödie geht für die Betroffenen oder Beteiligten die Welt unter.“

Gemütlich versus flexibelWomit der Taxifahrer wohl recht hat. Jeder von uns lebt in seiner individuellen Blase, seiner eigenen Welt, zusammengesetzt aus Privatem und Berufsleben, aus Verpflichtungen und den schönen Dingen des Lebens, mit Job und Verantwortung, mit Freiheiten und Freizeit – von manchem mehr, von manchem weniger. In diese kleine Welt gehören Familie, Freunde, Kollegen und Geschäftspartner. Im Laufe des Lebens richtet man sich seine Welt schön ein, manchmal so gemütlich, dass Veränderungen – keine tragischen, sondern die, die im Laufe des Lebens normalerweise passieren – nicht mehr denkbar sind. Dass man nicht mehr offen ist für Neues, für Abenteuer und ungekannte Herausforderungen.

2012 hat in der Geschäftswelt vor allem eines gebracht: neue Strukturen. Der Wandel findet massiv statt, weil sich, angefeuert durch die Wirtschaftskrise, ganze Branchen und Geschäftsmodelle verändern.

Und die Menschen?

Sind betroffen. Weil es in vielen Branchen nach Jahren auf einmal anders laufen soll. Weil umstrukturiert und verändert und reduziert wird, nicht immer nur zum Guten. Und die viel zitierte Flexibilität fehlt.

Worauf wir uns heute noch verlassen können? In der Geschäftswelt nicht auf viel. Umso wichtiger, die private Säule zu stärken. Freundschaften hochzuhalten, den Wert von Familie zu erkennen.

In diesem Sinne: schöne und friedliche Weihnachten. Schalten Sie ab und lassen Sie es sich gut gehen.

sandra.baierl @SandraBaierl