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28.01.2013

Die Jungen pfeifen auf diese Vorbilder

Was präsentiert diese Zeit den Jungen?

Mag. Sandra Baierl | über Generationen und Werte

So einfach das klingen mag: Unser Umfeld prägt uns viel mehr als wir glauben. Das gilt für die gesamte Gesellschaft, für Alt genauso wie für Jung. Das gilt aber besonders für jene, die noch mitten im großen Prozess der persönlichen Entwicklung stehen: Menschen unter 30, Teenager und Kinder. Für sie spielen Traditionen keine große Rolle, für sie zählt das Hier und Jetzt. Die Jungen blicken nicht zurück und nur wenig nach vorn. Ihre Weltsicht ist simpel: Sie sehen sich um und lassen die Gegenwart auf sich wirken. Oder: Die Gegenwart wirkt auf sie, ob sie wollen oder nicht.

Vorbilder? Keine. Was präsentiert diese Zeit den Jungen? In der Politik wird laviert, kurzsichtig bis zur nächsten Legislaturperiode gedacht, Politiker drehen ihre Meinung mit dem Wind. Visionen gibt es keine. Die Wirtschaft hat die Krise, raue Zeiten, Unsicherheit, die ertragsgetriebenen Konzerne straucheln, die Börsen sind volatil. Sonnige Zeiten dringend ersehnt. Unternehmen versuchen Erneuerung, kommen nicht von ihren alten, hierarchischen Strukturen weg, sie restrukturieren, überdenken Geschäftsmodelle und fragen sich, wie man morgen noch Geld verdienen kann. Perspektiven fehlen. Von diesen Enttäuschungen der Gegenwart (und noch vielen mehr, Stichworte: Umweltzerstörung, Klimawandel, Korruption ...) sind die Jungen geprägt. Keine Überraschung also, dass für sie Freiheit, Autonomie, Familie und Freunde wichtiger werden. Dass sie brutalen Karrieren genauso eine Absage erteilen wie dem Streben nach Reichtum und Erfolg. Sie wünschen sich Gerechtigkeit, engagieren sich sozial. Sie pfeifen auf das, was ihnen in Politik, Wirtschaft und Konzernen vorgelebt wird. Sie wollen es anders machen.

Gut so. Etwas Besseres kann der Zukunft gar nicht passieren.