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09.03.2013

Große britische Pfunde

Geld schlägt Penis – das nennt man Krise.

| über Spam

„Guten Tag Freund“, schreibt mir Chris aus London. Nun kenne ich Chris zwar nicht, aber ich bin trotzdem froh, ihn zum Freund zu haben. Schließlich ist Chris laut Briefkopf seiner E-Mail „Hauptkassier der Bank of England“. Und als echter Freund hat Chris auch eine gute Nachricht mitgebracht: „Es ist diese Summe von zehn Millionen, Six Hundred Thousand Great British Pounds in meiner Bank, gab es kein Begünstigter bekennender Bezug auf diese Fonds, die kein einzelner jemals nach vorne kommen, um es dadurch bedeutet.“ Wie bitte, Chris? Wenn ich als Einzelner jemals nach vorne komme, um es dadurch bedeutet, dann hab ich einen bekennenden Bezug auf die großen britischen Pfunde? „Mein Motiv der Kontaktaufnahme mit Ihnen ist für uns zusammen zu arbeiten“, schreibt Chris. „Um die Mittel zu verlagern von meiner Bank auf einem anderen leeres Konto Ihrer Wahl.“ Das trifft sich gut, ein leeres Konto zum Verlagern hätte ich eh grad! „Bei Interesse und ausgerüstet, um dieses Geschäft mit mir zu tun, wieder zurück über die unten stehende E-Mail für weitere Details. Ich schaue vorwärts, von Ihnen in der frühesten hören.“

Da Chris in der frühesten von mir hören will, bleibt mir gerade noch Zeit, mich von Ihnen zu verabschieden. Da ich jetzt offenbar reich bin, schaue ich vorwärts, mich auf eine private Südseeinsel mit Hubschrauberlandeplatz und Platinklobesen zurückzuziehen und mich fortan der Betrachtung meiner Zehennägel zu widmen.

Lustig, wie die Wirtschaftskrise die Menschen verändert. Spams bilden ja immer die Realität ab – sie werden geschrieben, weil sie (nicht oft, aber oft genug) bei Depperten Erfolg haben. Die Penis-Vergrößerungs-Spams sind nahezu komplett verschwunden und durch „Werden Sie reich“-Mails ersetzt worden. Geld schlägt Penis – das nennt man Krise.