über Frauenfußball
07/29/2013

Triumph über Vorurteil

Ganz Deutschland feiert eine Sportart, die vor 50 Jahren noch verboten war.

von Wolfgang Winheim

Vergessen sind alte Vorschriften, widerlegt so manche Vorurteile.

Wolfgang Winheim | über Frauenfußball

Es ist untersagt, Damenfußball-Abteilungen zu gründen. Denn diese Kampfsportart ist der Natur des Weibes im wesentlichen fremd. Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden. Das Zurschaustellen des Körpers verletzt Sittlichkeit und Anstand.

Diese Zeilen mussten nicht aus dem arabischen übersetzt werden. Sie stammen auch nicht von einem Sittenwächter der Taliban, sondern ...

aus den Satzungen des Deutschen Fußballbundes vom Jahr 1956. Jenes (inzwischen größten europäischen) Sportverbandes, der sich seit Sonntag, beglückwünscht von Kanzlerin Merkel und bejubelt von den Medien, im kollektiven Freudentaumel befindet.

Weil Deutschlands Damen Fußball-Europameister sind.

Vergessen sind alte Vorschriften, widerlegt so manche Vorurteile. Vielmehr hat die EM in Schweden , wie schon im Vorjahr das olympischen Turnier, gezeigt, dass a) der Damen-Kick zwar nie die Kampfkraft der Männer erreichen, aber unterhaltsamer als so manch perfekter One-Touch-Fußball der männlichen Superstars sein kann.

und dass b) Fußball der weiblichen Figur keineswegs schadet.

Die jungen deutschen Europa-Champions, die im Semifinale die feschen Schwedinnen und im Finale die ähnlich Laufsteg-verdächtigen Norwegerinnen jeweils 1:0 besiegten, erhalten pro Frau 22.500 Euro.

Österreichs Nationalkickerinnen bestritten ihre Länderspiele bisher zum Nulltarif. Aber das kann sich bis 2017 ändern. In diesem Jahr will der ÖFB der EM-Gastgeber und damit automatisch mit einer Frauschaft vertreten sein.

Auch wenn es noch nie für eine Endrunden-Teilnahme reichte: Dank ihrer Legionärinnen brauchen die rot-weiß-roten Mädels schon jetzt weder sportliche Vergleiche mit Ausländerinnen noch statistische mit dem stärkeren österreichischen Geschlecht scheuen. Weltrangliste Männer: 54. Österreich. Weltrangliste Damen: 34. Österreich.

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