über den ORF und die Europa League
09/19/2013

Sieger und Verlierer

von Wolfgang Winheim

Jeder Kramer lobt seine War’

Wolfgang Winheim | über den ORF und die Europa League

Erstmals (und besser als erwartet) spielte die Austria in der Eliteliga. Aber erstmals bei einer Champions-League-Partie mit österreichischen Beteiligung war der ORF nicht im Bild, während bei Puls 4 und Sky der Ball rollte und Frenkie Schinkels analysierte.

Lieber als den Wuchtelakrobaten im TV-Studio würde Schinkels wohl einen Trainer in der Königsklasse spielen. Um diese Chance war er 2006 umgefallen, als Frank Stronach ihn und Sportdirektor Peter Stöger für Austrias Titelgewinn mit dem Verkauf von elf Spielern bestrafte. Doch es war – abgesehen vom Hinauswurf von Jogi Löw und dem Hausverbot für Toni Polster – nicht alles absurd, was Stronach in seiner Fußball-Ära anordnete. Immerhin hat David Alaba von guten Ausbildnern in der Austria-Akademie profitiert, die ohne Stronach sicher erst viel später installiert worden wäre.

Am Dienstag traf Alaba, 21, in seinem bereits 24. Champions-League-Spiel bereits nach vier Minuten. Und die Groteske (bzw. die Vertragslage) wollte es, dass Puls 4 bei der Münchner Alaba-Gala gegen Moskau nicht live dabei war, obwohl Alaba der offizielle Puls-4-Werbeträger ist.

Apropos Werbung: Wer die ORF-Eigen-PR in Sachen Fußball verfolgt, muss annehmen, dass die von Franz Beckenbauer „Verlierer-Liga“ genannte Europa League ohnehin wichtiger sei als die Champions League.Doch wie heißt’s so schön: Jeder Kramer lobt seine War’. Und so überträgt der ORF heute Salzburg – Elfsborg und Thun – Rapid. Immerhin ist die Siegeschance in der vermeintlichen Verlierer-Liga größer als die Hoffnung auf eine längere Austria-Präsenz in der Königsklasse, obwohl die Austria bei der Premiere durchaus mithielt. Und wer Vormittag das 3:0 ihrer Junioren über Porto in der neuen U-19-Champions-League sah, der muss für Violett erst recht nicht schwarz sehen, auch wenn bei den „Erwachsenen“ das 655 Wochen dauernde Warten auf den ersten österreichischen Punktgewinn prolongiert ist.

Im Februar 2001 siegte Sturm in Athen 2:1 . Damals war Puls 4 noch nicht existent und Hannes Kartnig als Grazer Präsident noch Dauergast im ORF.

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