über Sportwetten und Wettbetrug
09/22/2013

Schiebung

von Wolfgang Winheim

Sollten Alaba und Co. Weltmeister werden, gäbe es von einem britischen Buchmacher den 751-fachen Einsatz.

Wolfgang Winheim | über Sportwetten und Wettbetrug

263 Tage vor der WM inspiziert ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner bereits Quartiere und Trainingsfelder in Brasilien. Nicht übertriebener Optimismus hat ihn dazu veranlasst, sondern die FIFA. Die wünscht von möglichen WM-Startern eine präzise Planung.

Gleichgültig, ob Österreich in Brasilien dabei ist oder nicht – Ruttensteiner wird auch 2014 ÖFB-Gehaltsempfänger sein. Was bei Teamchef Marcel Koller nicht so sicher ist. Sein Bleiben hängt nicht zuletzt vom Ausgang der beiden Oktober-Länderspiele (Schweden, Färöer) und von Präsident Leo Windtner ab. Wie Koller ist auch dem energischen Boss der Energie AG eine spontane Entscheidung zuzutrauen.

Unter Windtners Vorgänger glich der ÖFB noch eher einem Streichelzoo. Ja, Friedrich Stickler bediente sich erst nach Ende seiner Präsidentschaft dramatischer Worte, als er 2010 bei einem Kongress von Sports Media Austria in Bad Gastein vor 90 Ohrenzeugen sagte: „Match-Fixing wird zu einem schlimmeren Problem als Doping.“

Stickler hat als Vorsitzender der europäischen Lotterien nicht übertrieben, wie neue Enthüllungen zeigen. So hat ein Wettpate von Singapur aus gar einen Flutlichtausfall in Istanbul veranlasst, weil ihm der Spielstand einen Millionenverlust bescherte. Die größten Ganoven hocken in Fernost. Für Bestechung am ehesten anfällig scheinen Fußballer aus dem ehemaligen jugoslawischen Raum zu sein. Doch unsereiner sollte sich nicht zu sehr als Moralpostel aufspielen.

Auch hierzulande galt eine g’schobene Partie als Kavaliersdelikt. Das war zu Zeiten, als sich speziell Unterhausklubs ihrer Sache ab April nie sicher sein konnten, wenn sie bis dahin nicht genug Punkte auf sportlichem Weg gesammelt hatten. Zu Zeiten, als für ein paar Tausender dem abstiegsgefährdeten Bezirksnachbarn zuliebe absichtlich verloren wurde. Zu denen es aber noch keine Computer-Wetten gab.

Heute kann auf jedes Pimperl-Match gesetzt werden. Und schon jetzt auch auf Österreich bei der WM. Sollten Alaba und Co. Weltmeister werden, gäbe es von einem britischen Buchmacher den 751-fachen Einsatz.

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