Alberto Tomba

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über Alberto Tomba
12/23/2014

Oh Madonna!

von Wolfgang Winheim

Er ist immer noch fesch und eitel, er ist immer noch Italiens populärste Ski-Figur

Wolfgang Winheim | über Alberto Tomba

Das letzte Ski-Rennen hätte noch am Vortag des Heiligen Abends stattfinden sollen. Und der Sieger hätte das höchste Preisgeld des Winters kassiert. Jedoch: Den Veranstaltern der mit einem Rockfest gekoppelten Skishow im italienischen Paganella geht’s nicht anders als jenen vom Damen-Weltcup am 500 Höhenmeter niedrigeren Semmering: Frau Holle im Dauerstreik, Rennen abgesagt.

Marcel Hirscher hatte die Einladung der Italiener, zumal deren (mit einem Sprung über ein Auto geplantes) Alpinspektakel nicht zum Weltcup zählt, trotz der 100.000-Euro-Prämie gar nicht erst angenommen.

Den stark verkühlten Hirscher hielt nichts mehr in Italien. Der Salzburger wollte schon in der Nacht nach dem Abendslalom nur noch heim. Obwohl Madonna zu den feinsten, vom lombardischen Geldadel bevorzugten Ski-Adressen zählt.

Von 2005 bis 2012 stand Madonna auf der Watchlist der FIS. In dieser Zeit verhalf Michael Schumacher dem Ort zu Werbung, wenn sich das Ferrari-Team in Madonna zum kollektiven Brettlrutschn traf. Davor und danach garantierten Weltcup-Slaloms in Madonna di Campiglio stets Zündstoff.

Oh Madonna, titelten die Zeitungen schon zu Hansi Hinterseers Rennzeiten, als einmal alle ÖSV-Starter über den steilen Miramonti-Hang kugelten.

Madonna, riefen (Ex-)Cheftrainer Toni Giger und dessen damaliger Beifahrer Thomas Sykora in ihrem ÖSV-Dienstauto, als sie sich in den GPS-Anfangszeiten auf ihr neues Navi verließen und sie statt in den Bergen der Provinz Trento nächtens in einem anderen Madonna nahe der Adria landeten.

Madonna, fluchte die Konkurrenz, als im Dezember 1999 dem Norweger Finn-Christian Jagge der erste Sieg auf Kurzskiern ausgerechnet in Madonna gelang und er damit eine Material-Revolution einleitete, welche die Zwei-Meter-Fahrer nicht wahrhaben wollten.

Ein Jahr danach aber streckten bereits ausnahmslos Österreicher ihre 1,65-Meter-Stumpn in Madonna vom Podest: Mario Matt siegte vor Heinz Schilchegger und Rainer Schönfelder.

Der dreifache Madonna-Triumphator Alberto Tomba war schon vor der Material-Umstellung zurückgetreten. So als hätte er geahnt, was er sich damit ersparte.

Und was macht der legendäre Alberto, der in Madonna vor 30 Jahren sein allererstes Weltcup-Rennen bestritten hatte und in der Vorwoche 48 wurde, heute? Nicht viel Neues.

Er ist immer noch fesch und eitel, er ist immer noch Italiens populärste Ski-Figur. Er ist immer noch Junggeselle. Angeblich aus Angst, dass ihn eine Ehe zu viel kosten könne.

Oh Madonna, wie boshaft können Reporter sein.

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