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24.02.2018

Verschiedene Paar Schuhe

Man soll den TV-Sportfreund im Finish der Spiele nicht mit zu langen Berichten quälen.

Wolfgang Winheim | über olympische Weisheiten

Die Erfahrung bei Großereignissen lehrt: Man soll den TV-Sportfreund, den schon olympische Ringe um die Augen zieren, im Finish der Spiele nicht mit zu langen Berichten quälen.

Daher in Kurzform:

Erfreulich

... ist die Auskunft der Ärzte vom Krankenhaus Feldkirch, wonach ihr aus Südkorea mit einem gebrochenen Halswirbel heimgeflogener Patient Markus Schairer sogar an eine Fortsetzung seiner Snowboard-Cross-Karriere denken dürfe. Wer im TV sah, wie Schairer nach seinem Abflug auf der (problematischen) Strecke liegen blieb, wird von einem Wunder sprechen. Athleten, die von der Schutzengel-Air nicht so beharrlich begleitet wurden, aber denen genauso Bewunderung gilt, werden ab 9. März in Südkorea um Medaillen kämpfen. Bei den Paralympics.

Authentisch

... bleibt Anna Gasser auch nach ihrem Triumph im Big-Air-Bewerb. So gestand die Kärntnerin vor Mikrofonen, dass sie im Privatleben ein bissel chaotisch sei. "Aus irgendeinem Grund ist es mir aber wichtig, dass beim Sport alles nach einem gewissen Plan geht, dass ich dann im normalen Leben diese Planlosigkeit genieße."


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Ärgerlich

... war am drittletzten Wettkampftag, dass es für Österreichs Biathlon-Männerstaffel nur zum vierten Platz reichte und dass Eisschnelllaufhoffnung Vanessa Herzog krankheitsbedingt w.o. geben muss. Nachdem die Tirolerin bei ihren bisherigen Starts ehrenhaft aber doch an Edelmetall vorbei schlitterte, hat sie ihrer dritten Chance zu sehr entgegengefiebert.

Spendabel

... zeigt sich Doppel-Olympiasieger Marcel Hirscher gegenüber dem IOC, in dem er seine 40er-Schuhe, die er beim Kombi-Slalom trug, dem Olympia- Museum in Lausanne überlässt. Hirscher zwängt sich übrigens vor Torläufen stets in Schuhe, die um eineinhalb Nummern zu klein sind. Damit er nur ja keinen Stiefel z’sammfährt.

Erstaunlich

... liest sich ein deutscher TV-Quotenvergleich, hat doch den Biathlon-Damen am 13. Olympiatag zur Mittagszeit durchschnittlich doppelt so viel Publikum auf Langlaufskier und Gewehr geschaut, wie am Abend den Fußballern von Borussia Dortmund auf deren Millionenbeine. Konkret: 5,82 Millionen bei der ZDF-Übertragung vom Damen-Biathlon, 2,78 bei der Europa-League Bergamo – Dortmund in Sport 1. Am 8. März wird diese Quote sicher übertroffen werden. Wenn Peter Stöger mit seinen Borussen im Achtelfinale die Salzburger empfängt.

Auch bei Puls 4 und Sky reibt man sich die Hände. Weil diese Sender für die Europa League die Rechte haben, während beim ORF Mattscheibe herrscht.