über Leo Windtners Wiederwahl als ÖFB-Präsident:
06/15/2013

Die Chefs aus dem Niemandsland

von Wolfgang Winheim

Die Bundesliga verkommt zum Dorf-Championnat zwischen Grödig und Parndorf.

Wolfgang Winheim | über Leo Windtners Wiederwahl als ÖFB-Präsident:

Ein Gegenkandidat stellt sich erst gar nicht. Leo Windtner, 62, bleibt Präsident des Fußballbundes. Der Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich wird heute in seinem Ehrenamt als oberster Schirmherr über 502.000 Kicker für vier weitere Jahre bestätigt werden. Ein Häkerl ehrlicher Gratulanten bleibt Mister 1000 Volt dennoch nicht erspart.

Denn just der Großraum Linz, just die Heimat von Windtner und Sportdirektor Willibald Ruttensteiner, von wo aus Restösterreich zumindest bis 2015 (so lange gilt Ruttensteiners ÖFB-Vertrag) bzw. 2017 (Windtner) erfährt, wie der Fußball hierzulande zu springen hat...

... ist bis auf Weiteres Bundesliga-Niemandsland.

Die Sportstadt Linz hat keinen Klub mehr in einer der zwei obersten Klassen. Sie teilt damit das Schicksal von Klagenfurt.

Sowohl im generalsanierten (und trotzdem nicht mehr zeitgemäßen) Linzer Stadion als auch am Wörthersee, wo Österreichs schönste Arena steht, können Rosen gezüchtet werden auf der Mittelauflag’, während Sky und ORF zu kostenintensiven technischen Verrenkungen gezwungen sind, um von Provinz-Plätzen halbwegs fernsehtaugliche Bilder zu liefern.

Die Bundesliga verkommt zum Dorf-Championat zwischen Grödig und Parndorf. Aber das ist nicht den Kleinhäuslern vorzuwerfen, sondern vermeintlich Großen, die mit Geld herumwarfen, das sie gar nicht besaßen.

Ohne dubiose Finanzierungstricks in der Ära Jörg Haider wäre auch die Hypo-BankArena kaum entstanden, die jetzt nicht mehr so heißt und die jede zweite Woche sehr gut besucht wäre, stünde sie nicht am Wörthersee‚ sondern 235 Kilometer weiter nordöstlich. Dort, in Wien-Hütteldorf, ist die Stadion-Frage nach wie vor ungeklärt.

Sanieren, vergrößern, neu bauen? Der (politisch schwarze) ÖFB-Präsident Windtner wünscht dem (rot dominierten) SK Rapid und dem Hanappi-Stadion alles, „nur keinen Pfusch wie beim Linzer Stadion“.

Vor Windtners Bürohaustür wurde um 31 Millionen Euro renoviert und saniert, ohne dass der Besucher davon was merkt.

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