über die vielen Fouls bei Irland - Österreich
03/26/2013

Der Beste und der Überschätzte

von Wolfgang Winheim

Frei nach dem Motto: Wer steht, der fällt

Wolfgang Winheim | über die vielen Fouls bei Irland - Österreich

Aufopfernd gekämpft und ein 2:2 erreicht. Trotzdem kann Hans Krankl weiterhin von sich behaupten, dass in seiner Teamchef-Ära zum letzten Mal gegen eine Mannschaft der besseren Kategorie in einem Bewerbsspiel auf ausländischem Boden gewonnen wurde. Und das ist auf den Tag genau bereits acht Jahre her, als in Wales ein 2:0 gelang.

Mit Emanuel Pogatetz stand ein einziger Wales-Sieger vom 26.3.2005 am Dienstag in der Startelf. Und ausgerechnet dieser Routinier leitete mit einer ungestümen Attacke, der ein Elfmetertor folgte, den Punktverlust ein. Der Ordnung halber sei hinzugefügt,

... dass sich die ÖFB-Elf zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl befand, während mit Zlatko Junuzovic der bis dahin wertvollste Mann mit einer blutenden Wunde am Knie am Spielfeldrand lag;

... und dass in der 65.Minute nach einem Eckball auch an „Elfer-Sünder“ Pogatetz ein sehr elferverdächtiges Delikt begangen wurde, das im irischen Strafraum allerdings ungeahndet blieb.

Der böse Tritt gegen Junuzovic und die Ringer-Attacke an Pogatetz waren typisch für dieses Spiel, das mit 38 Fouls (22 Irland, 16 Österreich) zuweilen einem Fußball-Rugby auf hohem Niveau glich. Frei nach dem Motto: Wer steht, der fällt.

Im Fallen befand sich bereits der Kurswert der österreichischen Nationalmannschaft, obwohl ihr keineswegs Angsthasenfußball vorgeworfen werden konnte. Im Gegenteil: Auch Teamchef Marcel Koller hat mit seiner Aufstellung, mit der er vor allem auf offensiv orientierte, kreative Spieler setzte, alles riskiert. Aber diese wohlwollenden Feststellungen schienen bis zur 92. Minute keinen Fußball-Fan mehr zu interessieren. Bis zum Ausgleichstor von David Alaba zum 2:2.

Auch wenn er es am Dienstag nur selten zeigen konnte, ist Alaba Österreichs bester, wertvollster Fußballer. Sein Freund Marko Arnautovic ist es mit Sicherheit nicht. Oder wie es Ex-Teamchef Josef Hickersberger formuliert: „Bist du auf die Genieblitze vom Arnautovic angewiesen, dann bist du als Teamchef ein armer Hund.“ Oder selber schuld.

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