über den Skiweltcup-Auftakt
10/24/2013

Der Berg ruft

von Wolfgang Winheim

Zum zwanzigsten Mal werden endlose Auto- und Buskolonnen die Ötztaler Gletscherstraße frequentieren.

Wolfgang Winheim | über den Skiweltcup-Auftakt

Ski-Jubiläum in Sölden pünktlich zur Umstellung auf die Winterzeit: Zum zwanzigsten Mal wird der Weltcup in Österreichs zwölftreichster Gemeinde gestartet.

Zum zwanzigsten Mal werden endlose Auto- und Buskolonnen die Ötztaler Gletscherstraße frequentieren.

Und zum zwanzigsten Mal werden die Sieger sagen, dass ein guter Auftakt der entscheidende Motivationsschub für die Saison sei, während sich die Verlierer trösten, dass sie auf ganz andere Höhepunkte „hingetimed“ seien.

In kommenden Winter heißt Sotschi das große Ziel. Gerade dort aber könnte die halbe Weltklasse fehlen.

Heimlich, still und so leise, dass es monatelang nicht einmal FIS-Vizepräsident Peter Schröcksnadel mitbekam, wurden von der FIS (Internationaler Skiverband) auf Wunsch des IOC (Internationales Olympisches Komitee) die Startplätze für die alpinen Top-Nationen reduziert.

Statt bisher 22 darf Österreich nur noch 15 Teilnehmer nennen. Und die Schweiz, die bei Olympia 2010 noch triumphiert hatte, wird, sofern die FIS ihre Bestimmung nicht aufweicht, gar nur noch mit zwölf Alpinen zu den Spielen anreisen.

Die Olympia-Kontingente von Großbritannien, Belgien, Argentinien usw. wurden hingegen in der FIS-Erstfassung auf bis zu acht Läufer je Nation erweitert, obwohl viele dieser aufgewerteten Länder im Weltcup oft keinen einzigen Läufer stellen.

Der Erste, der gegen diese Ungereimtheit protestierte, war der (von österreichischen Trainern dominierte) Schweizer Skiverband. Und die Erste, die (auch beim ÖSV) in Verdacht geriet, alles inszeniert zu haben, ist die sprachgewandte britische FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis.

Der ehemaligen Europacup-Läuferin wird nachgesagt, dass sie beim Slalomfahren vor Mikrofonen und in Sitzungszimmern mehr Talent habe als einst am Rennhang. Wie auch immer: Selbst wenn der von ihr beherrschte Männerverein FIS zurückrudert und die Alpin-Nationen doch ein, zwei Sotschi-Platzerln mehr bekommen, wird das Gletscher-Derby von Sölden besser besetzt sein als Olympia.

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