über den Internationalen Hochhauspreis
01/03/2015

Wald

Die wöchentliche Kolumne von Ulla Grünbacher.

von Ulla Grünbacher

Das Projekt habe Pionierarbeit für die Bepflanzung von Hochhäusern geleistet, begründete die Jury. Der „Bosco Verticale“ gilt als Prototyp für die Städte von morgen.

Mag. Ulla Grünbacher | über den Internationalen Hochhauspreis

Autos, Rasenmäher, Bohrmaschinen – laute Geräusche umgeben uns jeden Tag. Lärm wird als Störfaktor empfunden und der Stress, der dabei entsteht, kann krankmachen. Der Blutdruck steigt, es kommt zu Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. So viel ist bekannt. Neu ist, dass Lärm auch dick machen kann. Wer in der Nähe eines Flughafens wohnt und ständig dem Fluglärm ausgesetzt ist, läuft einer neuen Studie zufolge Gefahr, Gewicht zuzulegen. Mit dem Anstieg des Lärmpegels um fünf Dezibel steigt der Taillenumfang um rund 1,5 Zentimeter, das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Wissenschaftlern des schwedischen Karolinska-Instituts. Die Wissenschaftler führen das Ergebnis auf die verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen zurück. Aber nicht nur Lärm von lauten Maschinen verursacht Stress. Auch die ständige Geräuschkulisse, das Klappern von Tasten, das Gespräch und die Telefonate der Kollegen im Großraumbüro wirken sich auf Dauer auf das vegetative Nervensystem aus. Je mehr Platz den Mitarbeitern im Büro eingeräumt wird, desto weniger Auswirkungen hat der Lärm.

Hochhäuser waren gestern, mit begrünten Wolkenkratzern könnte die Stadt von morgen gestaltet werden. Denn geht es nach dem Jury des Internationalen Hochhauspreises, dann sind die besten Projekte „grün“. Bei der diesjährigen Preisverleihung hat die Jury einstimmig das Projekt „Bosco Verticale“ (den vertikalen Wald) in Mailand zu den innovativsten Wolkenkratzern gewählt. 800 Bäume zieren die Außenfassaden der beiden, 80 und 112 Meter hohen, Türme. 5000 Sträucher und 11.000 Bodendecker machen die graue Fassade grün. Man sieht im wahrsten Sinne den Turm vor lauter Bäumen nicht. Die 113 Wohnungen verfügen alle über eine Terrasse, die durch die Bepflanzung einem kleinen Garten gleichen und die Bedürfnisse der Menschen nach begrünten Freiräumen erfüllt. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre vom Deutschen Architekturmuseum, der Stadt Frankfurt und der Deka-Bank vergeben. Das Projekt habe Pionierarbeit für die Bepflanzung von Hochhäusern geleistet, begründete die Jury. Der „Bosco Verticale“ gilt als Prototyp für die Städte von morgen.

ulla.gruenbacher@kurier.at

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