Eurohaus

Realitäten: Poufs © Bild: KURIER/Christandl

Realitäten: Die wöchentliche Kolumne von Ulla Grünbacher.

Noch vor ein paar Jahren war Irland das zweitreichste Land der Europäischen Union. Dann platzte die Immobilienblase. Seitdem ist Dublin voll von Bauruinen, verwaisten Eigenheimen und leeren Büros. Auch dem irischen Künstler Frank Buckley hat die Bank sein Haus am Stadtrand von Dublin weggenommen. Nun hat er sich ein neues gebaut – aus zerschredderten Euro-Scheinen, die Buckley von der Irischen Nationalbank bekommen hat.1,4 Milliarden Euro hat er verbaut. Jeder Raum, jedes Möbelstück, jedes Detail darin besteht aus Geld. Es ist ein Symbol für Dublin: ein Haus, das mehr als eine Milliarde Euro verschlungen hat, aber wertlos ist. Die Banken wurden gerettet, während Buckley von der Sozialhilfe lebt. Das Haus des Künstlers steht nun Besuchern offen. Der Eintritt ist frei, 80 Bilder des Künstlers können gekauft werden. 35 Euro hat Buckley in das Haus investiert, für Kleister. Holz, eine Tür und ein Fenster hat er von einem Freund bekommen. Zum deutschen TV-Sender Das Erste sagte der Künstler: „Das Zeug isoliert prächtig. Man kann über den Euro sagen, was man will, aber er hält schön warm.“

ulla.gruenbacher(at)kurier.at

Erstellt am 26.04.2012