über die ÖFB-Niederlage gegen Ungarn
06/15/2016

Gehemmt in die Pleite

Bei Österreich war nur der Start agil, dann wirkte das Team gehemmt. Falsch war für mich die Gelb-Rote Karte.

von Paul Scharner

Das erste Spiel ist verloren, aber noch nicht das Turnier

Paul Scharner | über die ÖFB-Niederlage gegen Ungarn

Der Start mit dem Stangenschuss von Alaba war forsch. Danach hätte Österreich das Tempo höher halten müssen, stattdessen stieg die Fehlerquote. Es zeigte sich wie bei so vielen Mannschaften: Es ist nicht leicht, in eine EURO zu starten. Leider wirkten alle drei Offensivkräfte gehemmt. Harnik und Janko hingen komplett in der Luft, auch bei Arnautovic ist viel von seiner Leichtigkeit der letzten Monate verloren gegangen.

Bei der größten Chance, die er selbst mit der Ferse eingeleitet hatte, muss Arnautovic Verantwortung übernehmen und selbst abschließen.

Bei Junuzovic waren die Schmerzen schon früh sichtbar. Nachdem er umgeknöchelt war, habe ich mir gleich gedacht, dass die Partie gegen Portugal ohne unseren Unersetzbaren stattfinden könnte.

Das 0:1 hätte Fuchs noch verhindern können. Bei so einem Angriff sollte nicht auf Abseits gespielt werden. Und wenn doch, muss der Kapitän zum richtigen Zeitpunkt rausrücken.

Ebenso unverständlich war für mich die Gelb-Rote Karte gegen Dragovic. Okay, das war ein Foul – aber der Ausschluss passt nicht zur Linie des Schiedsrichters. Ich glaube, dass Turpin Gelb zog, ohne zu realisieren, dass Dragovic vorbelastet war.

Wenn es so schlecht läuft, geht es nur über den Willen. Koller setzte in Unterzahl weiter auf Offensive. Das kann funktionieren. Aber genauso logisch sind Konter wie jener zum 0:2.

Das erste Spiel ist verloren, aber noch nicht das Turnier. Jetzt kommt es auf den oft beschworenen Teamgeist an. Ist die Atmosphäre wirklich so gut, wie immer behauptet wird? Das zeigt sich in negativen Situationen wie jetzt. Wobei (nun) klar ist: Gute Stimmung allein gewinnt keine EM-Spiele.

Zwischenbilanz

Nach dem ersten Durchgang ist Zeit für eine Zwischenbilanz: Die positivste Überraschung ist Italien nach dem Sieg im bisher besten Spiel. Im Tor hat Buffon mit einer extrem positiven Körpersprache überzeugt. Die Defensive ist wieder sehr gut gestanden, die Offensive war beim 2:0 überraschend gut.

Auf der Minus-Seite führt Belgien, in Person De Bruyne. Es stellt sich die Frage, wie Manchester City für ihn 74 Millionen zahlen konnte. Wie im Halbfinale der Champions League zeigte der Spielmacher, dass er unter Druck nicht performen kann.

paul.scharner@kurier.at

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