Wie das Burgenland Eisbären schützt

Ab 2013 wird das Burgenland so viel Öko-Strom erzeugen, wie es selbst Strom verbraucht.

Als erstes Bundesland wird das Burgenland heuer die Energiewende schaffen.

Dr. Daniela Kittner | über Investitionen, Arbeitsplätze und Lehrberufe mit Zukunft

Als erstes Bundesland wird das Burgenland heuer die Energiewende schaffen: Das gab Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) gestern bei einem Neujahrsempfang in Pamhagen bekannt. Ab Mitte 2013 wird das Burgenland gleich viel Öko-Strom erzeugen wie die Burgenländer im Jahr Strom verbrauchen. Das ist der Höhepunkt eines Weges, der vor fünfzehn Jahren mit der Errichtung des ersten Windparks begonnen wurde, sagt Niessl.

Seit Ende 2012 speist das Burgenland 650 Megawatt Öko-Strom ins Netz, davon kommen 597 Megawatt aus Windkraft. Zu den derzeit 279 Windkraftanlagen werden bis Ende 2013 weitere 104 hinzukommen. Damit wird das Burgenland 930 Megawatt Öko-Strom einspeisen, was etwa dem Jahres-Stromverbrauch des Landes entspricht.

Bis 2015 soll eine dritte Ausbauwelle der Windkraft folgen, sodass das Burgenland Ende 2015 Öko-Strom in der Menge von rund sieben Donaukraftwerken der Größe der Freudenau (1.052.000 MWh/Jahr) liefern kann. Für das Burgenland bedeutet das Investitionen, Arbeitsplätze und Lehrberufe mit Zukunft. Insgesamt ist der Ausbau der Öko-Energie wichtig für die Reduktion von CO2-Ausstoß und damit ein Beitrag gegen den Klimawandel und dessen negative Folgen für das Öko-System.

Der Öko-Strom ist laut der Stromregulator-Behörde E-Control derzeit etwa doppelt so teuer wie der normale (9,45 Cent pro Kilowattstunde zu 4,5 Cent). Bezogen wird der burgenländische Ökostrom nicht nur von den Burgenländern, sondern von allen heimischen Stromkunden, sagt Harald Proidl von E-Control: „Die Abwicklungsstelle ÖMAG vertreibt den Öko-Strom aliquot an alle Stromversorger in Österreich. Jeder Stromversorger hat rund zehn Prozent Öko-Strom in seinem Portfolio.“ Für die zehn Prozent Öko-Stromanteil, der aus der Steckdose kommt, bezahlt ein Haushalt im Schnitt 72 Euro pro Jahr (ausgenommen sozial Benachteiligte).

Erstellt am 11.01.2013