© Jeff Mangione

über die Szenen einer Redaktionsehe.
12/28/2014

Es war einmal 2014

Erinnerungen. Tücken, Ticks & Tollerei - wieder ist ein Ehe-Jahr geschafft.

von Gabriele Kuhn, Michael Hufnagl

Nüchtern betrachtet war das Beziehungsjahr mit dem Herzibinki von nebenan recht aufregend

Gabriele Kuhn | über die Szenen einer Redaktionsehe.

Sie

Um diese Zeit blickt der Mensch gerne zurück – im Zorn, ohne Zorn und oft auch unter dem Einfluss von zu viel Perlwein. Nüchtern betrachtet war das Beziehungsjahr mit dem Herzibinki von nebenan recht aufregend. Doch meist sind die denkwürdigsten Momente sehr banal. Daher: das Ranking unserer schrägsten Augenblicke. Mein persönliches „Best-of Hufnagl & Kuhn“ 2014.

Platz 1: Als er an einem sonnigen Samstagmorgen im Frühmärz aufwachte und mich ansäuselte, ob es nicht schon an der Zeit wäre, zum Baumarkt zu fahren – wegen „Pflänzchen – du weißt schon, und so“. Ich sah das blauäugig untermalte Klimpern seiner Wimpern und erinnerte mich in der Sekunde an meinen Vater, der meiner Mutter immer schöne Unterwäsche schenkte, wenn ihn schlechtes Gewissen plagte. Daher sagte ich nur salopp: „Was is’, was wülst? “ Da begann ein langes, umständliches Gespräch, aus dessen Inhalt ich nur drei Worte bekannt gebe: Fußball. Flugreise. Teuer. Das mit den Pflänzchen lehnte ich vorerst ab.

Platz 2: Jener Moment, als Don Hufnagl mit dem achtwöchigen Zusammenbau eines großen, weißen Kastens aus dem Eh-schon-wissen-Möbelhaus fertig war und die Tochter sagte: „Aber Papo, das ist gar nicht der, den wir gemeinsam ausgesucht haben! Kann man den eh umtauschen?“

Platz 3: Sein Blick in den letzten Minuten vor unserem ersten Paaradox-Abend im Rabenhof, als ich sprach Schatz, ich hab’s mir anders überlegt: Ich will gar nicht berühmt werden,ich fahr jetzt nach Hause, entschwand – und dann rief: Scher-herz!

Platz 4: Seine Reaktion, als ich während des WM-Finales nicht schlafen ging, sondern fragte, ob er mir die Schultern massieren könne.

Platz 5: Dieser (Augen-)Blick, als er bei unserem ersten intimen Grillabend des Sommers gleich einmal die in Folie gewickelten Melanzani auspackte und ich meinte: Sorry, Beiried war aus.

Twitter: @GabrieleKuhn

Er

Und wer denkt wieder daran, was sich gehört? Ich! Also, liebe Leserinnen & Leser: Erstens danke, dass Sie mit uns jeden Sonntag frühstücken. Zweitens danke, dass Sie uns dann auch so oft schreiben, wie es Ihnen dabei ergangen ist. Und drittens danke, dass Sie so zahlreich ins Theater gehen, um mit uns dann auch noch gemeinsame Abende zu verbringen.

Ja, wir haben uns 2014 noch ein bisserl mehr an Sie alle gewöhnt, und das ist eine feine Sache. Als ich über einen Rückblick nachdachte, fiel mir spontan ein, dass ich gerne die zehn unvergesslichsten Sätze von Madame Kuhn dokumentieren möchte. Nun:

1. „Ist es jetzt endlich aus?“ Wichtigste Fußballmatchfrage, die im Sommer weltmeisterliche 64-mal erklingt.

2. „Du musst dich beeilen.“ Ein guter Tipp, während sie mir zusieht, wie ich hektisch suchend durch die Zimmer flitze und „Scheiße, Scheiße, Scheiße“ vor mich hinfluche.

3. „Sollten wir nicht lieber einen Fachmann holen?“ Vertrauensvolle Unterstützung, während ich einen riesigen Kleiderkasten (mit Glasschiebetüren) errichte.

4. „Gehst du heute zum Bäcker?“ Sonntagsfrage, die ich kommendes Jahr vielleicht zum ersten Mal mit „Nein“ beantworten werde (wenn ich mich traue).

5. „Ich könnte auch einen Nudelsalat machen.“ Idee anlässlich einer Grill-Party, die es partout nicht schafft, auszusterben.

6. „Wäh, da draußen ist es heute grauslich!“ Andere Formulierung für „Mit dem Hund gehst eh du, oder?“

7. „Ich darf auch einmal etwas vergessen.“ Verschlüsselte Erinnerung an ihre grundsätzliche Perfektion.

8. „Jetzt sei ehrlich, das schaut doch nett aus.“ Traditionelle Teelichterrechtfertigung.

9. „Du oder ich?“ Die größte Perfidie unseres Erledigungsalltags. Als hätte ich tatsächlich eine Wahl.

10. „Ooojaaa, man muss einen Vorsatz haben!“ Klar, wenn sie das sagt. Also, ich will auch am Ende des nächsten Jahres wieder sagen: „Trotz allem mehr denn je – Superfrau!“

Twitter:@MHufnagl

www.michael-hufnagl.com

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.