ĂŒber Warteschlangen und Paul Watzlawick

Was wir sehen

von Guido Tartarotti

04/20/2015, 06:00 AM

Wie man sich das Leben schwer machen kann.

Guido Tartarotti | ĂŒber Warteschlangen und Paul Watzlawick

KĂŒrzlich haben wir hier das letzte ungelöste RĂ€tsel der Menschheit angesprochen: Warum ist unsere Warteschlange an der Kassa immer die langsamste?

Leser des Psychologen und großen Menschenkenners Paul Watzlawick wissen natĂŒrlich, dass die Frage eine rhetorische war, denn das RĂ€tsel ist lĂ€ngst gelöst: Unsere Kassenschlange ist deshalb die langsamste, weil wir es so wollen. Weil wir jene FĂ€lle, in denen unsere Schlange tatsĂ€chlich die langsamste war, höher bewerten, da sie uns so wunderbar Gelegenheit zum Sudern geben. Wir Menschen sehen das, worauf wir achten. Das vielleicht schönste Beispiel dafĂŒr ist die Massenhysterie um geheimnisvoll zerkratzte Windschutzscheiben in Seattle Ende der FĂŒnfzigerjahre: Die Scheiben hatten nur ganz normale AbnĂŒtzungsspuren, auf die aber plötzlich ĂŒbergenau geachtet wurde.

In seinem Klassiker „Anleitung zum UnglĂŒcklichsein“ zeigt Watzlawick voller Witz, wie man sich selbst durch selektives Beobachten das Leben schwer machen kann. Das Buch sollte PflichtlektĂŒre bei uns sein.

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