Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
29.11.2016

Punschversuch

Nicht zum Dersaufen! Noch eine Runde...

Guido Tartarotti | über Schimpfen und Trinken.

Ich verstehe das mit der Punschtrinkerei nicht, sagt Franz. Ist doch nur Massenhysterie. Völlig richtig, stimmt Suzanna zu. Nicht zum Dersaufen, das süße Zeugs. Und blad macht es, ruft Laurentin. Da schwimmen ja nur Kalorien drin! Außerdem hört man, die nehmen es mit der Hygiene nicht so genau, wirft Lisa-Laura ein. So ein Häferl enthält mehr Viren als eine Kloschüssel. Dann schweigen alle betreten.

Punsch ist ja angeblich nicht einmal vegan, sagt Eugen-Achilles mit belegter Stimme. Und wie viel Energie verschwendet wird, um das G’schlader heiß zu halten! Genau genommen ist das übrigens gar kein Punsch, trägt Heinzpeter-Paris vor. Punsch kommt aus der Hindi-Sprache und bedeutet „fünf“, weil es aus fünf Zutaten besteht. Arrak, Zucker ... Was soll das überhaupt heißen, guter Zweck, unterbricht ihn Rosalila-Leopolda-Tracy. Man kann das Geld doch einfach so spenden. Ich brauch keine Ausrede zum Saufen.

Noch eine Runde?, fragt Franz. Bitte fünf Herrenpunsch, ein Quitten-Bärlauch-Punsch, ein glutenfreier Bulgur-Punsch und einmal Kakao mit Arrak.

Guido Tartarottis neues Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist am 20. Dezember und am 20. Jänner im Theater am Alsergrund zu sehen, am 11. Jänner beim Satirefestival Schwechat und am 18. Jänner im Kabarett Niedermair.