Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
11.08.2013

Vermessung der Frau

Ein Außerirdischer auf Erdenbesuch hielte Frausein für eine schwere Krankheit.

Guido Tartarotti | über Frauen in der Werbung

Frauen in der Werbung: Schluchzen, wenn sie Schuhe sehen; halluzinieren, wenn sie einen Frucht-Drink bekommen, von muskulösen Männern; haben Blähungen und glauben, Joghurt hilft dagegen; wollen im Fast-Food-Restaurant Salat und „höchstens mal beißen“, essen aber dann ihrem Partner alles weg; haben Verstopfung; lassen ihr Kleid fallen aus Freude über ihre Haartönung; lassen ihr Kleid fallen, wenn sie ihre Katze füttern; fahren Rad und freuen sich über ihre bewegliche Slipeinlage; verlieren den Verstand, wenn sie einen Männer-Billigduft riechen; leuchten im Bett, weil sie einen neuen Job haben; sitzen beim Wassertrinken nackt in der Gegend herum...

Frauen in der Werbung sind so, dass ein Außerirdischer auf Erdenbesuch Frausein für eine schwere Krankheit hielte.

Die Schweizer Autorin Regula Stämpfli (ein großartiger Schweizer Name, übrigens!) plädiert im KURIER-Interview und in ihrem Buch „Die Vermessung der Frau“ für einen lustvollen, nicht an Normen orientierten Umgang mit dem eigenen Selbst. Möge sie Gehör finden.