Im Freien stehen

Seit der EU-Abgeordnete Ehrenhauser als erster Open-air-Politiker des Landes die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zieht, gibt es bei den anderen Parteien strategische Krisensitzungen. Dabei zeichnet sich eines ab: Wer Angst vor Graupelschauern zeigt, hat künftig keine Chance, gewählt zu werden.

Faymann und Spindelegger planen deshalb dem Vernehmen nach bereits einen gemeinsamen Campingurlaub. Neos-Chef Strolz und FPÖ-Anführer Strache setzen auf ihren beim Baumumarmen bzw. Paintballspielen erworbenen Know-how-Vorsprung in den Disziplinen Lagerfeuermachen und Regenmanteltragen. Und die Grünen suchen verzweifelt nach Hainburg-Veteranen, die sich erinnern können, wie man aus Flechten und Moos einen gescheiten Chai Latte kocht. Wenn dann in absehbarer Zeit alle Politiker langbärtig unter freiem Himmel leben, wird Politik – das Dach des Parlaments ist eh kaputt – gesetzlich ins Freie verlegt. Wer dann noch auffallen will, muss nackt Politik machen. Ehrenhauser überlegt angeblich bereits.

(kurier) Erstellt am
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