über das Nationalgebäck
02/09/2015

Heißluftbröselwerk

von Birgit Braunrath

Die 15-Cent-Semmel verkleidet sich als Kaisersemmel – nicht nur im Fasching.

Birgit Braunrath | über das Nationalgebäck

Nur weil dieser Tage, wie jeden Fasching, die Krapfen-Tests ausbrechen werden: Könnten sich die Backwaren-Tester bitte wieder einmal der Kaisersemmel widmen? Sie soll Österreich bei der Weltausstellung in Mailand als typisches Lebensmittel repräsentieren. Und wenn uns jemand draufkommt, dass bei uns mittlerweile Exemplare um 15 Cent im Umlauf sind, wäre dies ein armseliges Signal, wie wenig manchen ihr Nationalgebäck wert ist.

Sobald die Semmel zum Lockangebot der Diskonter verkommt, kann auch die rescheste unter ihnen dem Preisdruck nicht standhalten. Binnen vier Jahren haben Österreichs Bäcker ein Drittel ihrer Kunden verloren. Viele von ihnen haben noch Handsemmeln im Angebot, die mit deutlich höherem Zeit-, Personal- und Wareneinsatz entstehen als ihre Fließband-Konkurrentinnen. Sie kosten 60 bis 80 Cent, schmecken aber nicht wie ausgetrocknetes Heißluftbröselwerk.

Die 15-Cent-Semmel verkleidet sich als Kaisersemmel – nicht nur im Fasching. Wer ihr auf den Leim geht, vergisst irgendwann, wie gut echte Semmeln sind.

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