Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
18.02.2018

Ersatzmensch

Als Menschenersatz ist der Hund überfordert.

Guido Tartarotti | über Hunde und andere Menschen.

Hundebesitzer sind glücklicher und fitter, sagt der deutsche Hundetrainer, Kabarettist und TV-Star Martin Rütter im KURIER-Interview.

(Das, mit Verlaub, kann man so nicht generalisieren. Gerade als Hundebesitzer sieht man oft Herrl-Hunde-Paare, beide sichtlich mit dem falschen Futter ernährt, die so dreinschauen, als würden sie gerne alles und jeden in die Wade schnappen, wären sie nur schnell genug dafür.)

Der Hund hat heute in der Regel nur noch eine Aufgabe: Dem Menschen Gesellschaft zu leisten. Nicht selten ist er eine Art Psychotherapeut auf vier Pfoten. Der Hund ist das (von Einzelfällen abgesehen) einzige Lebewesen, das in der Lage ist, ein artfremdes Wesen als Sozialpartner zu akzeptieren. Rütter: „Der Hund weiß, dass du kein Hund bist – und folgt dir trotzdem.“

Das Problem in der Mensch-Hund-Beziehung ist eher, dass der Mensch oft nicht weiß, dass der Hund kein Mensch ist. Denn ein Hund kann viel – als Menschenersatz ist er überfordert.

Guido Tartarottis Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist am 19. Februar in der Kulturwerkstatt Kottingbrunn, am 21. Februar und am 3. Mai im Kabarett Niedermair, am 2. März im Theater am Alsergrund, am 17. März in der Tischlerei Melk und am 20. März im CasaNova Wien zu sehen.