über Martin Ehrenhauser
04/14/2014

Aufstehen und Sitzen

von Guido Tartarotti

Freunde schlecht gespielten Theaters erlebten am Sonntag eine Sternstunde.

Guido Tartarotti | über Martin Ehrenhauser

Freunde schlecht gespielten Theaters erlebten am Sonntag eine Sternstunde: Martin Ehrenhauser, Kandidat der Liste "Europa anders", inszenierte bei einer ORF-Livediskussion zur EU-Wahl einen Eklat herbei, indem er so tat, als gerate er wegen einer kritischen Frage in Erregung, und das Studio verließ. Vorher hielt er noch einen wirren Monolog zum Thema Überwachung und Bankenrettung, bemühte das Wortspiel "Aufstehen" und verkündete, er werde jetzt zum Ballhausplatz gehen und dort so lange sitzen, bis ... ja, bis was eigentlich?

Was spontan wirken sollte, war in Wahrheit geplant und einstudiert, aber so schlecht gespielt, dass es einen schauderte. Ehrenhauser wirkte wie ein Laiendarsteller, der in einer alternativen Kindergartengruppe am Versuch scheitert, Roland Düringer zu spielen, wie der Frank Stronach spielt.

Im verzweifelten Versuch, irgendwie an Wählerstimmen zu kommen, tut Ehrenhauser einem sehr wichtigen Anliegen – mehr Bürgermündigkeit – einen schlechten Dienst. Er macht es nämlich lächerlich.

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