Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
11.09.2017

Nicht stören

Die Welt wäre ein friedlicher Ort.

Guido Tartarotti | über das Nichtstören.

In „Liebesg’schichten und Heiratssachen“, dieser wunderbar traurigen und wunderbar komischen Sendung, die leider erst in einem Jahr wiederkommt, werden die Kandidaten regelmäßig gefragt, wie ihr Traumpartner denn sein soll. Da bekommt man viel zu hören: Groß, schlank, jung, schön soll sie sein, rauchen darf er nicht, kochen muss sie können, treu muss er sein, Humor muss sie haben, gebildet muss er sein, sportlich, aktiv, an Kultur begeistert ... manchmal hat man den Eindruck, die Menschen beschreiben den gewünschten Partner genau so, wie sie selbst nicht sind.

In der letzten Folge vor der Winterpause bekam wieder ein Kandidat die Frage nach dem Traumpartner gestellt. Er schwieg ein wenig, und sagte dann: „Ich suche jemanden, der mich nicht stört.“

Wie klein klingt dieser Anspruch – und wie groß ist er in Wahrheit! Darin steckt eigentlich das ganze Geheimnis: Würde es uns gelingen, einander nicht allzu sehr zu stören – die Welt wäre ein schöner, friedlicher Ort.

Guido Tartarottis Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist am 11. September im Kabarett Niedermair zu sehen, am 27. September im Theater am Alsergrund, am 29. September in der Bühne im Hof in St. Pölten und am 5. Oktober in der Stadtgalerie Mödling.